Stadt will Tiere vertreibenWildschweine sorgen in Hagen weiter für Angst

von Rogatus Skanta

Handyaufnahmen aus Hagen zeigen eine Wildschweinmutter mit ihren Frischlingen. Für viele wirkt das auf den ersten Blick fast niedlich, doch genau solche Situationen können gefährlich werden: Fühlt sich eine Bache bedroht, kann sie aggressiv reagieren. Besonders im Stadtteil Helfe tauchen die Tiere seit Monaten immer wieder in Wohngebieten auf – auch in der Nähe von Grundschulen und Kitas.

Anwohner haben Angst

Anwohnerin Annette Lorenz fühlt sich dadurch stark belastet. Die 55-Jährige traut sich nach eigenen Angaben kaum noch aus dem Haus: „Ich habe eine behinderte Tochter. Ich muss mit dem Rollstuhl raus morgens. Ich habe immer Angst, dass die gerade um die Ecke kommen, weil man weiß ja nie, wie die reagieren. Manche sind friedlich, manche sind aber auch doch aggressiv, weil die ja ihre Frischlinge haben und beschützen wollen. Da habe ich Angst“, so Annette Lorenz.

Stadt setzt auf Duftstoffe

Laut Förster Martin Holl fühlen sich die Tiere in Wohngebieten sicher, weil dort nicht gejagt wird. Hinzu kommen Müll, Essensreste und offenbar auch illegale Fütterungen. Die Stadt Hagen setzt nun auf ein biologisches Vergrämungsmittel. Das Granulat soll für Menschen ungefährlich sein, Wildschweine aber durch den Geruch vertreiben – wie eine Art Duftzaun rund um Schulen und Kitas. Am Dienstag (30.06.) wurde das Mittel auf knapp 700 Metern verteilt. Die Wirkung soll zwei bis drei Wochen anhalten, danach muss nachgelegt werden. Weitere Einsätze an anderen Stellen sind geplant. Ob die Maßnahme tatsächlich hilft, ist offen. Annette Lorenz bleibt skeptisch und glaubt noch nicht an einen schnellen Erfolg.