Domstadt kommt nicht zur Ruhe!Wieder Schüsse in Köln – wer steckt hinter den Angriffen?
Erneut sind Schüsse auf ein Uhrengeschäft in der Kölner Innenstadt gefallen. Es ist bereits das dritte Mal innerhalb weniger Monate, dass das Geschäft Ziel eines solchen Angriffs wurde. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest. Gleichzeitig häufen sich seit Ende Mai Schüsse und weitere Gewalttaten in Köln und im Umland. Ermittler vermuten mögliche Verbindungen ins kriminelle Milieu.
Erneut Schüsse auf Geschäft in der Kölner Innenstadt
Kurz vor vier Uhr in der Nacht auf Mittwoch (21.10.) wurden Anwohner von Schüssen geweckt und alarmierten die Polizei: Angriff auf ein Uhrengeschäft in Köln! Drei Männer sollen anschließend auf E-Scootern geflüchtet sein. Mithilfe von Videoaufnahmen und Hinweisen von Zeugen konnten Einsatzkräfte einen 18-jährigen Deutschen und einen 42-jährigen Somalier festnehmen. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten eine Schusswaffe. Nach einem dritten Verdächtigen wird noch gefahndet. Nach Angaben der Polizei flüchtete er auf einem E-Scooter über die Mülheimer Straße in Richtung Mülheim beziehungsweise Zoobrücke. Es soll sich um einen jungen Mann gehandelt haben, der dunkel gekleidet gewesen sein und ein Basecap sowie einen Ziegenbart getragen haben soll. Schon im August war auf dasselbe Uhrengeschäft geschossen worden – zweimal innerhalb weniger Tage. Auch andere Geschäfte in Köln waren zuletzt betroffen: Erst vor etwa einer Woche ermittelte die Polizei nach Schüssen auf zwei Bekleidungsgeschäfte in der Innenstadt.
Gewaltserie in Köln
Seit Ende Mai kommt es in Köln und im Umland immer wieder zu Schüssen auf der Straße. Betroffen sind unter anderem Restaurants, Cafés, Juweliere, Geschäfte und Wohnhäuser. Als mögliche Hintergründe gelten Streitigkeiten im kriminellen Milieu, Schutzgelderpressungen und Einschüchterungsversuche. Oliver Huth vom Bund Deutscher Kriminalbeamter NRW beschreibt unterschiedliche mögliche Täterkonstellationen: So könnten Kriminelle andere Personen für Gewalttaten anheuern, um Rivalen unter Druck zu setzen. Daneben gebe es Tätergruppen, die gezielt Geschäftsleute mit türkischem Migrationshintergrund ins Visier nähmen, um Schutzgeld zu erpressen. Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang auch der Name „Daltons“. Die Gruppe wird häufig der sogenannten „Gen-Z-Mafia“ zugeordnet und gilt als besonders gewaltbereit. Laut Huth sollen einige ihrer Mitglieder bereits in der Türkei durch Schüsse auf Wohnhäuser, Erpressungen sowie Aktivitäten im Drogen- und Waffenhandel aufgefallen sein. Einige hielten sich inzwischen in Europa auf. Ob die beiden in Köln festgenommenen Männer zu dieser Gruppe gehören oder mit der Gewaltserie in Verbindung stehen, ist bislang unklar.

































