Syrer stach auf feiernde Menschen einUrteil nach Terroranschlag – Höchststrafe für Attentäter von Bielefeld

von Jens Diestelkamp, Valerio Magno und Patricia Brinkmann

Vor rund einem Jahr stach ein Syrer plötzlich auf mehrere Menschen in Bielefeld ein. Die Attacke spielte sich vor einer Bar ab. Es war wohl ein islamistischer Anschlag. Am Montag (01.06.) ging der Prozess gegen den Angeklagten zu Ende. Ein ganz besonderer Tag für einen Mann, der den Angriff überlebt hat.

Gehstock mit Messer präpariert

Im Mai vergangenen Jahres näherte sich der Angeklagte seinen Opfern unauffällig. Viele Gäste feierten vor einer Bar in Bielefeld, der 36-Jährige stützte sich auf einen Gehstock. Der war mit einem Messer präpariert. Plötzlich stach der Syrer auf die Menschen ein, so die Anklage. Vier wurden bei der Attacke lebensgefährlich verletzt, aber sie überlebten. Einer von ihnen ist Kevin: „Ich stand dann da. Meinem Kumpel war etwas runtergefallen. Ich habe ihm dann geleuchtet und ich habe mich gebückt. Und in dem Moment, wo ich mich gebückt habe, habe ich einen starken Ruck an meinem Rücken gemerkt wie einen starken Schlag.“ Kevin hatte eine Stichwunde im Rücken, wurde notoperiert und war ein Jahr arbeitsunfähig. Zur Urteilsverkündung ist er nicht gekommen. Er will nach vorn schauen. Seit seiner Genesung hat der Postbote abgenommen und ist fit geworden. Den Weg zeigt er im Netz auf dem Account „theunbrokenKev“.

Höchststrafe für Syrer

Am Vormittag hieß es dann: Höchststrafe: Lebenslange Haft. Außerdem stellte der Senat die besondere Schwere der Schuld fest, ordnete Sicherungsverwahrung an. Den Opfern muss der IS-Anhänger jeweils 70.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.