Tausende Bienen im DauereinsatzSo entsteht der Honig - ein Tag unterwegs mit einem Imker

von Emily Massenberg

Wir streichen ihn aufs Brot, rühren ihn in den Joghurt oder mischen ihn ins Salatdressing: Honig gehört für viele Menschen zum Alltag dazu. Rund ein Kilogramm Honig verzehrt jeder Deutsche im Jahr. Doch bis der süße Brotaufstrich im Glas landet, sind unzählige Bienen im Einsatz. Zum Weltbienentag am Mittwoch (20.05.) hat sich unsere Reporterin auf einer Wiese in Köln selbst ins Imker-Outfit gewagt und einen Berufsimker bei der Arbeit begleitet.

Hochbetrieb an den Bienenstöcken

Auf einer Wiese in Köln herrscht schon am Morgen reger Betrieb. Tausende Bienen schwärmen aus ihren Stöcken aus und machen sich auf die Suche nach Nektar. Während die Tiere zwischen Blüten und Bienenstock pendeln, laufen auch die Vorbereitungen für den Blick ins Innere des Volkes. Ohne Schutzkleidung geht dabei nichts: Mit Imkeranzug wird die Arbeit an den Bienenstöcken sicherer. Berufsimker Leon Grega betreut im Bergischen Land und Umgebung rund 350 Bienenvölker mit insgesamt etwa 18 Millionen Bienen. Pro Volk leben dabei rund 50.000 Tiere zusammen. Für den Imker ist die Arbeit mit den Bienen längst mehr als nur ein Beruf. Er beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Verhalten der Tiere und weiß, wie sensibel die Völker auf Veränderungen reagieren.

So arbeitet ein Berufsimker

Bevor die Waben kontrolliert werden können, entzündet der Imker zunächst ein kleines Feuer. Für die Bienen wirkt der Rauch wie ein Warnsignal vor einem möglichen Waldbrand. Sie bereiten sich darauf vor, den Stock zu verlassen und beschäftigen sich dadurch weniger mit möglichen Eindringlingen. So kann der Imker die Waben vorsichtig kontrollieren. Im Inneren des Stocks arbeitet jedes Tier nach einem festen Prinzip. Die Sammelbienen bringen den Nektar von Blüte zu Blüte zurück in den Bienenstock. Dort wird er von anderen Bienen weiterverarbeitet. Durch ständiges Weitergeben, Erwärmen und Verdunsten entsteht nach und nach die dickflüssige Masse, die später als Honig im Glas landet. Erst wenn die Waben vollständig mit Wachs verschlossen sind, gilt der Honig als reif. Danach kann er entnommen und geschleudert werden.

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Bienen leisten wichtige Arbeit

In Deutschland gibt es rund 580 verschiedene Bienenarten. Besonders bekannt ist die Honigbiene. Sie ist auf Feldern, Obstbäumen und Blumenwiesen unterwegs. Während ihres kurzen Lebens sammelt sie nur wenige Gramm Honig, trägt damit aber entscheidend zum Funktionieren des Ökosystems bei. Viele Pflanzen werden erst durch die Bestäubung der Bienen überhaupt vermehrt. Gleichzeitig geraten immer mehr Arten unter Druck. Zahlreiche Wildbienenarten gelten inzwischen als bedroht. In NRW sorgt zusätzlich die Asiatische Hornisse für Probleme. Sie jagt Honigbienen und gefährdet ganze Völker. Imker hoffen deshalb auf mehr Wertschätzung für die Tiere und ihre Arbeit.