KI-Kick auf BildungsmesseRoboCup German Open in Köln: Wenn Fußballroboter um die WM spielen
Auf der Bildungsmesse „Didacta“ in Köln sind nicht nur Schulbücher und Lernsoftware die Stars, sondern auch humanoide Fußballroboter. Bei den RoboCup German Open 2026 kämpfen Hochschulteams und Schülergruppen um Tore und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Südkorea.
Erzrivale endlich geschlagen
Jubel auf dem Spielfeld: Ein Roboter bekommt den Ball, läuft ein Stück und... schießt ein Tor. Die Spannung ist beim RoboCup German Open wortwörtlich programmiert. In der Humanoid League treffen Teams aus ganz Deutschland aufeinander. Felix Loos von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig freut sich am Donnerstag (12.03.) in Köln über einen besonderen Erfolg. Seine Mannschaft gewann erstmals seit Jahren ein reguläres Spiel gegen ihren Erzrivalen „B-Human“. „Wir haben heute das erste Mal gegen unseren Erzrivalen in einem regulären Spiel gewonnen, also seit sehr vielen Jahren, seit 2018“, sagt der Robotik-Spezialist.
Wenn der Roboter ins Publikum rennt
Loos kennt die Stärken und Schwächen seiner Maschinen genau. Die humanoiden Roboter müssen während der Spiele eigenständig sehen, laufen, passen und schießen. Doch die Software spielt nicht immer fehlerfrei mit. „Die Software hat da durchaus immer ab und zu mal Probleme, denn er weiß nicht, wo er auf dem Feld ist. Und dann rennt er einfach mal raus ins Publikum. Das gilt es natürlich zu verhindern“, erklärte Loos. Solche Patzer gehören zum Alltag der Entwicklerinnen und Entwickler. Sie justieren Algorithmen nach, verbessern Sensorik und Kommunikation und testen ihre Ideen direkt im Turnierbetrieb.
Forschung, Tüftelei und Vorbilder
Der RoboCup ist Teil der Bildungsmesse „Didacta“ und soll zeigen, wie lebendig Robotik- und KI-Forschung in Deutschland inzwischen sind. Mehr als vierzig deutsche und internationale Hochschulteams treten in den sogenannten Major-Ligen an, dazu kommen rund zweihundert Schülerteams in den Junior-Wettbewerben. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) verfolgte die Spiele vor Ort und würdigte den langen Atem der Beteiligten. Die Projekte entstünden oft über Jahre hinweg, betonte sie, und hätten neben dem wissenschaftlichen Anspruch auch eine motivierende Komponente: Wer mit seiner Arbeit am Ende sogar einen Preis mit nach Hause nehmen könne, erlebe einen zusätzlichen Schub. Das bewundere sie sehr.
Titelverteidiger wollen wieder zur WM
Für viele Teams geht es in Köln um mehr als nur um schöne Spielzüge. Die Wettbewerbe dienen als Qualifikation für die Weltmeisterschaft im südkoreanischen Incheon. Die HTWK-Roboter aus Leipzig sind bei dem Turnier keine Unbekannten: Beim RoboCup 2025 in Salvador in Brasilien holten sie den WM-Titel. Jetzt wollen sie nachlegen und den Erfolg verteidigen. Dazu gehört auch, Fehler konsequent auszuwerten, wie Teammitglied Eric Behrendt erklärt. Während der Spiele zeigten sich immer wieder Stellen, an denen nachgebessert werden müsse – etwa wenn ein Abstoß nicht wie geplant funktioniere, Roboter sich falsch positionierten oder Nachrichten, die sie untereinander austauschen, nicht ankämen.
Bühne für Deutschlands Robotik-Nachwuchs
Der RoboCup German Open 2026 läuft noch bis Samstag (14.03.). Bis dahin werden in den Hallen der Didacta weiter Pässe gespielt, Schüsse abgegeben und Softwarestände aktualisiert. Für viele Schüler und Studenten ist der Wettbewerb mehr als ein Technik-Event: Er bietet eine Bühne, um eigene Projekte zu zeigen, Kontakte in Forschung und Industrie zu knüpfen und zu erleben, wie nah Wunschberufe in Robotik und Künstlicher Intelligenz bereits sind. Wer sich durchsetzt, sichert sich nicht nur einen Pokal, sondern auch ein Ticket zur WM an der südkoreanischen Küste.

































