Zoff um die Bildungspolitik im WestenNRW plant verpflichtende ABC-Klassen - Streit um Sprachförderung
Immer mehr Kinder starten mit Sprachproblemen in die Schule. Laut einer aktuellen Unicef-Studie verfehlen 40 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland die Mindeststandards in Lesen und Mathematik. In NRW will die Landesregierung deshalb verpflichtende ABC-Klassen einführen – doch die Kritik daran wächst.
Sprachtests vor der Einschulung
Kinder, die bei Sprachtests vor der Einschulung auffallen, sollen in NRW künftig verpflichtend gefördert werden. Geplant sind sogenannte ABC-Klassen mit Unterricht an zwei Tagen pro Woche. Das Angebot soll an Schulen stattfinden und rund 250 Millionen Euro kosten. Die Landesregierung aus CDU und Grünen will damit vor allem Kinder erreichen, die bislang kaum Deutsch sprechen.
Kritik von Eltern und Verbänden
Das Kita-Bündnis NRW sieht die Pläne kritisch. Geschäftsführer Stefan Spieker warnt vor einer möglichen Ausgrenzung der Kinder. Eltern hätten Sorge, dass die verpflichtenden Fahrten und der gesonderte Unterricht zu Stigmatisierung führen könnten. Die NRW-SPD fordert stattdessen mehr Sprachförderung direkt in den Kitas – mit bis zu 35 Stunden Betreuung pro Woche.
Im Video: Interview mit Meik Bruns (Präsident Lehrerverband NRW)
NRW verweist auf Fachkräftemangel
NRW-Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) verteidigt die Pläne der Landesregierung. Sprachförderung finde zwar schon in Kitas statt, allerdings besuchten nicht alle Kinder eine Einrichtung. Zudem fehle vielerorts Personal. Die Diskussion dürfte weitergehen: Am Mittwoch (20.05.) beschäftigt sich der Landtag erneut mit dem Gesetzentwurf.































































