Wer Betroffene jetzt unterstütztNeue Opferbeauftragte in NRW - Dagmar Schulze-Lange kümmert sich um Hilfe nach Gewalt, Terror und Betrug

Nach schweren Straftaten brauchen Betroffene oft schnelle Hilfe – egal ob nach häuslicher Gewalt, Terroranschlägen oder Betrug im Internet. In Nordrhein-Westfalen übernimmt jetzt Dagmar Schulze-Lange das Amt der Opferbeauftragten. NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) verabschiedete am Mittwoch (13.05.) in Düsseldorf ihre Vorgängerin Barbara Havliza (CDU).

Nach dem Solingen-Anschlag: Hilfe für Opfer und Angehörige

Spätestens nach dem Terroranschlag von Solingen 2024 rückte die Arbeit der Opferbeauftragten stärker in den Fokus. Drei Menschen starben damals bei dem Angriff. Viele weitere wurden verletzt oder traumatisiert. Während politisch viel über den Täter diskutiert wurde, kümmerte sich Barbara Havliza (CDU) um Verletzte, Angehörige und Augenzeugen. Die ehemalige Justizministerin aus Niedersachsen war drei Jahre lang NRW-Opferbeauftragte und geht nun wie geplant in den Ruhestand. Besonders bewegt habe sie der Anschlag in Solingen, erklärte Havliza bei ihrer Verabschiedung am Mittwoch (13.05.) in Düsseldorf.

Häusliche Gewalt und Cybercrime beschäftigen das Team besonders

Ihre Nachfolgerin ist Dagmar Schulze-Lange. Sie übernimmt das Amt mit einem fünfköpfigen Team aus Sozialarbeitern, Juristen und einer Notfallseelsorgerin. Die Stelle vermittelt unter anderem an Psychologen, Frauenhäuser oder unterstützt Betroffene bei Anträgen. Besonders häufig melden sich Opfer häuslicher Gewalt. Aber auch Fälle von Cyberkriminalität, Enkeltrick-Betrug oder Anlagebetrug im Internet nehmen nach Angaben der neuen Opferbeauftragten zu. Im vergangenen Jahr wandten sich rund 500 Menschen an die Stelle.

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Warum das Amt heute anders heißt

Die Stelle gibt es seit 2017. Früher hieß sie „Opferschutzbeauftragte“. Der Name wurde geändert, weil die Landesregierung Straftaten nicht verhindern könne, sondern Betroffene vor allem nach einer Tat begleite und unterstütze. Das Amt ist zwar im NRW-Justizministerium angesiedelt, soll aber unabhängig arbeiten. Laut Landesjustizminister Benjamin Limbach (Grüne) habe sich gezeigt, dass die bisherigen Opferbeauftragten ihre Aufgaben eigenständig wahrnehmen konnten. Gemeinsam mit Havliza (CDU) hatte Limbach vergangenes Jahr außerdem eine Bundesratsinitiative gestartet, damit Straftaten mit K.-o.-Tropfen künftig härter bestraft werden können. Wer selbst Hilfe benötigt, kann sich an die kostenlose Opferhotline wenden: 0800/3345667.