Besitzerin von Selbstbedienungsgeschäft zieht KonsequenzenKinder müssen draußen bleiben! Zutritt zu Geschenkeladen in Grevenbroich erst ab 16 Jahren
Eine Ladenbesitzerin aus Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) erlaubt keinen Zutritt mehr für Kinder unter 16 Jahren. Es sei denn, sie sind in Begleitung eines Erwachsenen. Der Grund: Drei Jahre lang funktionierte das Vertrauensprinzip im Selbstbedienungsladen gut. Jetzt gab es wiederholt Probleme mit Kindern.
Zu wenig Geld in der Kasse
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - so lautet das Motto von Jennifer Raudies aus Grevenbroich. Deswegen hat die 38-Jährige vor drei Jahren das „Glashaus“ eröffnet. Ein kleiner Laden mit selbstgebastelten Geschenken, direkt vor der Haustür der Hobby-Bastlerin. Es gilt das Vertrauensprinzip. Heißt: Es gibt kein Personal, sondern es wird daraufgesetzt, dass jeder Kunde ehrlich bezahlt. Das ging lange gut. Doch zuletzt fehlte immer wieder Geld in der Kasse oder kostenlose Kleinigkeiten verschwanden. Besonders an Aktionstagen, etwa zum Muttertag, wurden kleine Geschenke einfach mitgenommen. Die Ladenbesitzerin beobachtete zudem, dass sich größere Kindergruppen im engen Verkaufsraum laut und rücksichtslos verhielten. Auch die Überwachungskamera schreckte die Kids nicht ab.
Neue Regel für junge Besucher
Deshalb gilt ab sofort: Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen den Laden nicht mehr ohne Begleitung eines Erwachsenen betreten. Für Jennifer Raudies ist dieser Schritt traurig, aber notwendig. Sie sieht darin auch ein Problem der Erziehung und wünscht sich mehr Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein.
Auch im Vertrauensladen gelten Gesetze
Dass der Laden ohne Personal funktioniert, bedeutet rechtlich keinen Freifahrtschein. Laut Rechtsanwalt Arndt Kempgens kann das Mitnehmen unbezahlter Ware strafbar sein – genauso wie in jedem anderen Geschäft. Jugendliche ab 14 Jahren können für Diebstahl oder Unterschlagung belangt werden.
Hoffnung auf Ehrlichkeit
Trotz der negativen Erfahrungen möchte Jennifer Raudies ihr Konzept nicht komplett aufgeben. Sie hofft, dass ihre Kunden Verständnis für die neue Regel haben und dass das Glashaus auch in Zukunft ein Ort bleibt mit kleinen Geschenken und großer Ehrlichkeit.

































