Kriminalhauptkommissarin sieht täglich menschliche AbgründeKampf gegen Kindesmissbrauch – Schwieriger Ermittlungsalltag für Polizistin aus Bielefeld

von Marc Sommer

Manche Tage beginnen für Bianca Pommerenke mit Überwindung. Die Kriminalhauptkommissarin aus Bielefeld ermittelt im Bereich Kinderpornografie. Dabei sieht sie regelmäßig Material, das viele Menschen kaum ertragen würden.

Schwierige Inhalte und belastende Bilder

Ein großer Teil ihrer Arbeit findet am Schreibtisch statt. Pommerenke prüft Hinweise und bereitet Durchsuchungen vor. „Meine Büro-Recherchen sind, dass ich Hinweise zu dem Fall kriege, dass ich Vorbereitungen durchführe, zum Beispiel für eine Durchsuchung, die ansteht“, sagt sie. Dann überprüft sie etwa, wo ein Verdächtiger wohnt und welche Risiken es geben könnte. Seit sechs Jahren arbeitet die 41-Jährige in diesem Bereich. Jeder Fall ist anders. Deshalb verschafft sie sich zuerst einen Überblick über die Ermittlungen. „Also ich gucke auch für jeden Sachverhalt einmal: Was habe ich da eigentlich gerade?“, sagt Pommerenke. Dabei stößt sie auch auf besonders schwere Missbrauchsfälle.

Razzien und Festnahmen vor Ort

Etwa die Hälfte ihrer Arbeit findet außerhalb des Büros statt. Dann fährt sie zu Durchsuchungen, Festnahmen oder Vernehmungen. Die Einsätze sind unberechenbar. „Wir wissen gar nicht, was jetzt auf uns zukommt“, sagt Pommerenke. Täter kämen aus allen Altersgruppen und Berufsbereichen.

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Belastung im Job

Die Ermittlungen führen sie immer wieder in schwierige Situationen. „Wir treffen auch auf jeden Fall auf Kinder von Tätern und auch auf Ehefrauen“, sagt sie. Solche Begegnungen können belasten. Deshalb spricht sie regelmäßig mit Kollegen über das Erlebte. Wichtig sei, die Eindrücke nicht mit nach Hause zu nehmen. Trotz der schweren Fälle bleibt für sie ein klares Ziel. Sie will Kinder schützen und Täter stoppen. Dieses Gefühl motiviere sie jeden Tag. Auch wenn der Arbeitstag manchmal mit einem mulmigen Gefühl beginnt.