Der WEISSE RING rief den Tag der Kriminalitätsopfer (22.03.) ins Leben„Ich wurde mit 14 vergewaltigt“ – uns erzählt Theresa Fischer ihre Geschichte
Jeden Tag werden in Deutschland etwa 700 Menschen Opfer von Gewalt und Straftaten. Frauen und Männer, junge und alte Menschen – ihr Leben verändert sich oft von einem Moment auf den anderen. Hinter jeder Zahl steckt ein persönliches Schicksal, geprägt von Angst, Schmerz und einem langen Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.
Opfern eine Stimme geben
Ein Beispiel: Theresa Fischer. In der Silvesternacht 2017 ist die damals 14-Jährige von einem Bekannten vergewaltigt worden, berichtet sie. Die Tat habe eine lange Phase der Verarbeitung nach sich gezogen: Mobbing in der Schule, psychologische Unterstützung und mehrere Monate in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie hat sich aber bewusst entschieden, ihre Geschichte zu veröffentlichen. Sie will das Schweigen brechen und anderen Opfern Mut machen. Inzwischen hat sie wieder ein selbstbestimmtes Leben und schreibt Bücher. Mit ihnen will sie Betroffenen zeigen, dass sie mehr sind als das, was ihnen widerfahren ist.
Der WEISSE RING rief den „Tag der Kriminalitätsopfer“ ins Leben
Seit 1991 erinnert der „Tag der Kriminalitätsopfer“ an Menschen, die Gewalt und Straftaten erfahren haben. Ins Leben gerufen vom WEISSEN RING. Die Organisation setzt sich dafür ein, die Situation von Opfern öffentlich zu machen, auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen und ihnen Unterstützung zu bieten. Ehrenamtliche Helfer begleiten Opfer zu Polizei und Gericht. Sie helfen bei Anträgen nach dem Opferschutzgesetz, leisten psychologische Unterstützung und bieten finanzielle Hilfe in Notlagen. Betroffene sollen spüren, dass sie nicht alleine sind. Sie sollen erkennen, dass sie ihr Leben trotz traumatischer Erfahrungen wieder selbst gestalten können.
Häusliche Gewalt und Dunkelfeld: Frauen und Männer betroffen
Viele Gewalttaten bleiben im Dunkeln, besonders bei Sexualstraftaten und häuslicher Gewalt. Laut Bundeskriminalamt wurden im vergangenen Jahr bundesweit über 265.000 Fälle häuslicher Gewalt registriert – so viele wie noch nie zuvor. 70% der Opfer sind weiblich. Aber auch Männer erfahren zuhause Gewalt. Sie sprechen darüber aber selten. Gründe dafür sind zum Beispiel Scham und Angst vor Stigmatisierung. Beratungsstellen bieten Unterstützung und Schutz, sowohl für Frauen als auch für Männer. Bundesweit gibt es 15 Schutzwohnungen für Männer, fünf davon in NRW. Zum Vergleich: Frauenhäuser gibt es etwa 378 - auch hier zu wenig.

































