So geht es den Betroffenen aus NRW heuteFünf Jahre nach der Flut – Tote, Zerstörung, Verzweiflung

von Vanessa Brodka

Fünf Jahre nach der Flut: 49 Menschen starben in NRW, Häuser wurden zerstört und ganze Orte von den Wassermassen verwüstet. Viele Betroffene standen plötzlich vor dem Nichts. Heute ist ein Großteil der Schäden beseitigt, doch der Wiederaufbau ist noch immer nicht überall abgeschlossen. In Bad Münstereifel sind aus Betroffenen und Helfern Freunde geworden. Gleichzeitig bleibt die Frage: Wäre NRW heute besser auf eine solche Katastrophe vorbereitet?

So verheerend war das Hochwasser 2021

Zerstörung, Verzweiflung und unvorstellbares Leid: Dafür steht die Flutkatastrophe im Juli 2021. 49 Menschen sind in NRW gestorben. Viele standen plötzlich vor dem Nichts. Tagelang kämpften sich Rettungskräfte durch die Hochwasser-Gebiete. Sie suchten Vermisste, versorgten Verletzte und spendeten Trost. Die historische Altstadt in Bad Münstereifel war nicht wiederzuerkennen. Am stärksten betroffen war das Ahrtal in Rheinland-Pfalz mit 134 Toten. Auch Erftstadt, Euskirchen, Hagen, Wuppertal und viele Orte in der Eifel wurden von den Wassermassen verwüstet.

Flutgebiet - fünf Jahre später

In Bad Münstereifel steht mittlerweile fast alles wieder - so wie der Buchladen von Josef Mütter. Seit September 2025 hat er wieder geöffnet. 2023 war das 500 Jahre alte Fachwerkhaus noch eine Baustelle. Ganz fertig ist es immer noch nicht, aber der 62-Jährige kann wieder arbeiten und Geld verdienen. Aufgeben kam für ihn nie in Frage. Josef Mütter ist versichert. Doch auch damit sind noch nicht alle Kosten gedeckt. Er bekam Spenden. Für die Helfer ist er unfassbar dankbar.

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Helferfest in Bad Münstereifel

Am Samstag (11.07.) fand in Bad Münstereigel ein Helferfest statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Stadt. In Bad Münstereifel sind aus Betroffenen und Helfern Freunde geworden: Eine richtige Gemeinschaft, so Bürgermeister Sebastian Glatzel (SPD). Das Fest ist den Einsatzkräften und Helfern gewidmet, denn auch sie hat das Ganze mitgenommen.

Im Video: Interview mit Notfallseelsorgerin Bianca van der Heyden

Sind wir mittlerweile besser bei Hochwasser aufgestellt?

NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) sagt, dass sich das Hochwasser wiederholen kann. Die Landesregierung wäre aber diesmal besser vorbereitet. Beispielsweise durch technische Einrichtungen, Rückhaltebecken und Warnsysteme. Anders war es noch 2021: Die Kritik war groß. Das Krisenmanagement der Landesregierung hatte erhebliche Lücken. Zu dem Ergebnis kommt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss. Das Hochwasser wurde unterschätzt. Nicht nur in der Politik, so NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Für den Wiederaufbau stehen in Nordrhein-Westfalen rund 12,3 Milliarden Euro bereit. Doch Bürokratie erschwert den Betroffenen die finanzielle Hilfe. Die erschleichen sich gleichzeitig auch Kriminelle. Kritik gab es damals außerdem an NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU). Sie reiste kurz nach der Flut nach Mallorca - für den Geburtstag des Ehemannes von Ursula Heinen-Esser (CDU). Die damalige NRW-Umweltministerin trat danach zurück.

Gedenkstunde im Landtag

Am Dienstag (14.07.) hat im NRW-Landtag eine Gedenkstunde stattgefunden: Die Hochwasserkatastrophe jährt sich auf den Tag zum fünften Mal. Mit dabei in Düsseldorf war auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Gemeinsam wurde der Opfer, ihrer Angehörigen und der Helfer gedacht. Eingeladen waren unter anderem Vertreter der Bundeswehr, Polizei und Feuerwehr. Auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hielt eine Rede.