Nur 15 Millimeter groß – aber hochgefährlichEschenprachtkäfer bedroht unsere Wälder - Experten in NRW proben den Ernstfall
Er ist winzig klein, glänzt metallisch grün – und könnte Millionen Bäume zerstören: Der Eschenprachtkäfer gilt als einer der gefährlichsten Schädlinge für Wälder weltweit. In Gladbeck bereiten sich Experten jetzt auf den Ernstfall vor. Mit Drohnen, Spürhunden und Spezialfallen soll verhindert werden, dass sich der Käfer in NRW ausbreitet.
Ein kleiner Käfer mit großer Wirkung
Gerade einmal 15 Millimeter misst der Eschenprachtkäfer. Doch was harmlos aussieht, kann für Bäume tödlich enden. „Der Käfer frisst längliche Gänge unter der Rinde“, erklärt Thomas Wälter vom Zentrum für Wald und Holzwirtschaft NRW. „Dadurch stirbt der Baum ab.“ In anderen Teilen der Welt habe der Schädling bereits verheerende Schäden angerichtet. Millionen Bäume seien befallen worden. „Das müssen wir unbedingt verhindern“, sagt der Experte.
Der Feind kommt aus Ostasien
Ursprünglich stammt der Eschenprachtkäfer aus Ostasien. Über den internationalen Handel – etwa durch belastetes Palettenholz – hat er sich inzwischen bis nach Osteuropa ausgebreitet. Noch gibt es keinen größeren Befall in NRW. Doch die Sorge wächst, dass der Käfer auch deutsche Wälder erreicht. Deshalb trainieren Förster und Fachleute jetzt den Ernstfall. Bei der Übung in Gladbeck kommt modernste Technik zum Einsatz. Mit Drohnen werden Baumwipfel aus der Luft kontrolliert. „Ich scanne die Umgebung in 360 Grad ab“, erklärt Waldschutzexperte André Lieffertz. „Wenn eine Baumkrone auffällig aussieht, schauen wir genauer hin.“ So sollen mögliche Schäden frühzeitig erkannt werden.
Spürhunde auf Käferjagd
Besonders ungewöhnlich: Auch Hunde helfen bei der Suche nach dem Schädling. „Hunde haben rund 200 Millionen Geruchszellen – Menschen nur etwa sechs Millionen“, erklärt Inspektorin Tanja Breu-Knaup. „Sie können selbst kleinste Geruchspartikel wahrnehmen.“ Die Tiere durchsuchen das Gelände gezielt nach befallenen Bäumen oder Käferspuren.
Fallen, Fachwissen und Vorbereitung
Zusätzlich lernen die Teilnehmer der Schulung, wie Befall erkannt und Käfer eingefangen werden können – etwa mit speziellen Insektenfallen, die Lockstoffe versprühen. Für viele Förster ist das Thema neu. „Ich hatte vorher noch nie von dem Käfer gehört“, sagt Förster Martin Müller. „Deshalb ist der Austausch mit den Experten heute besonders wichtig.“
Vorbereitung auf den nächsten Schädling
Alle Beteiligten eint ein Ziel: vorbereitet sein, bevor der Ernstfall eintritt. Klar ist: Der Eschenprachtkäfer könnte enorme Schäden anrichten – wenn er unentdeckt bleibt. Deshalb gilt in NRW schon jetzt: lieber früh handeln gegen einen kleinen Feind mit großer Wirkung.

































