Gewalt als DienstleistungDrogenhandel als häufigstes Delikt - Lagebericht zu organisierter Kriminalität 2026 vorgestellt

von Patricia Brinkmann und Johanna Horn

Immer wieder ist es zu nächtlichen Anschlägen im Rheinland gekommen. Köln traf es besonders oft: So wurde im August beispielsweise ein Café in der Südstadt oder ein Uhrenhändler in der Innenstadt beschossen. Auch im benachbarten Erftstadt schreckten die Menschen Ende August aus dem Schlaf, als Schüsse auf ein Wohnhaus trafen. Nun haben Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) den neuen Lagebericht zur Organisierten Kriminalität 2026 vorgestellt.

Mehr organisierte Verbrechen

Vergangenes Jahr gab es bundesweit 683 Ermittlungsverfahren. Knapp 8.000 Verdächtige wurden erfasst – der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Ermittelt wurde meistens wegen Drogenhandels, rund 37 Prozent der Verfahren in ganz Deutschland waren darauf zurückzuführen. Die meisten mutmaßlichen Täter haben den deutschen Pass. Wie viele doppelte Staatsbürgerschaften darunter sind, wird nicht aufgeschlüsselt. Es folgen Menschen mit türkischen, syrischen, albanischen und polnischen Wurzeln.

Gewalt auf Bestellung

Im Rahmen der Vorstellung des Lageberichts sprach Bundesinnenminister Dobrindt von dem Trend, Gewalt als Dienstleistung anzubieten. Oft werden Minderjährige über Social Media rekrutiert. Die Hintermänner bleiben meistens im Verborgenen. Oft im Ausland. Dadurch ändern sich laut Münch die Ermittlungsansätze der Ermittler, da sich nun nicht mehr nur die Frage stelle, wer die Tat begangen hat — sondern auch, wer sie in Auftrag gegeben hat.

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Wer steckt dahinter?

Im Fokus der Ermittler ist das Phänomen: die türkischstämmige Generation Z Mafia. Ein Mitglied plant, eines bezahlt, ein anderes schlägt zu - heißt es heute auf der Pressekonferenz. Die Banden erpressen wohlhabende türkisch oder arabischstämmige Geschäftsleute. Die Täter drohen mit Waffen, Brandsätzen und Sprengungen.