Medikamente sollen helfenDemenz bei Hunden - Yorkshire-Terrier ist 19 Jahre alt

von Anne Tafferner und Daria Semcov

Nicht nur Menschen, auch Hunde können an Demenz erkranken. So auch ein Yorkshire-Terrier aus dem Münsterland. Er ist schon 19 Jahre alt, lebt seit zwei Jahren mit Demenz. Tierärzte verschreiben Medikamente die helfen sollen. Außerdem geben sie Tipps und zeigen Tricks, wie Hundehalter ihren Vierbeiner auch im Alltag helfen können.

Gemeinsam durch dick und dünn

Sie sind gemeinsam alt geworden: Die 86-jährige Ursula Weber und ihr Yorkshire Terrier Leon. Seit fast zwei Jahrzehnten sind die beiden unzertrennlich. Mittlerweile ist der Rüde schon 19 Jahre alt – ein biblisches Alter für einen Hund. Aber die Zeit hinterlässt Spuren, so die Rentnerin. Ihr Hund kann nicht mehr gut sehen und hören, ist zunehmend wackelig auf den Beinen.

Diagnose Demenz

Leon leidet an Hunde-Demenz. Fachausdruck: Canine Cognitive Dysfysfunction Syndrome, kurz CCDS. Die Symptome sind bei betroffenen Tieren ähnlich. Die Vierbeiner werden orientierungslos, vergesslich, lustlos und plötzlich nicht mehr stubenrein. Vor zwei Jahren lautet die Diagnose Demenz.

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Hunde-Demenz ist keine Seltenheit

Tierärztin Tanja Pollmüller, unter anderem im Netz bekannt als Doc Polly, fielen die Symptome bei dem Rüden direkt auf. Die Erkrankung - keine Seltenheit. Studien gehen davon aus, dass ab dem achten Lebensjahr circa 22 % der Hunde betroffen sind. Mittlerweile ist die Erkrankung unter Tierärzten anerkannt und kann gut behandelt werden. Zum Beispiel mittels eines speziell entwickelten Medikaments, das die Durchblutung im Gehirn fördern soll.

Denkspiele bremsen Erkrankung aus

Hundehalter können aber noch mehr tun, um ihrem vierbeinigen Liebling zu helfen, so die Medizinerin. Wichtig sei es, das Gehirn auf Trab zu halten mit Hilfe von Denk- und Futterspielen. Außerdem helfen soziale Kontakte zu anderen Hunden.

Erste Anzeichen richtig deuten

Die Expertin rät, bei ersten Anzeichen direkt zum Tierarzt zu gehen. Im Internet gibts außerdem eine Checkliste, mit der Symptome abgeglichen werden können. Wie bei allen Hunden ist auch bei Leon die Krankheit nicht heilbar. Aber sie wird durch die Behandlung verlangsamt. Solange genießen Ursula und ihr vierbeiniger Freund den gemeinsamen Ruhestand.