Bis zu 32 Cent pro Liter!Bundesregierung plant Zuckersteuer - Cola und Co. könnten ab 2027 teurer werden
Süßes könnte bald teurer werden. Die Bundesregierung will eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke einführen. Union und SPD haben sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt. Ab Juli 2027 sollen Hersteller je nach Zuckergehalt bis zu 32 Cent pro Liter zahlen. Doch das Vorhaben sorgt für Kritik. Auch innerhalb der Koalition gibt es Gegenwind.
So soll die Zuckersteuer funktionieren
Die geplante Steuer soll ab dem 1. Juli 2027 gelten. Betroffen wären Hersteller, die jährlich mehr als eine Million Liter zuckerhaltige Getränke produzieren. Dabei sind zwei Steuerstufen vorgesehen. Getränke mit mindestens fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen mit 26 Cent pro Liter besteuert werden. Ab acht Gramm Zucker steigt der Satz auf 32 Cent. Zum Vergleich: Schon fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter entsprechen knapp 17 Stück Würfelzucker pro Liter. Ausgenommen sind alkoholhaltige Getränke, alkoholfreie Alternativen, reine Fruchtsäfte und ungesüßte Saftschorlen. Auch Getränke, die mit Süßungsmitteln statt Zucker gesüßt werden, sollen nicht unter die Steuer fallen.
Bundesregierung will Zuckerkonsum senken
Mit der Steuer greift die Bundesregierung eine Empfehlung der Finanzkommission Gesundheit auf. Sie will vor allem den Zuckerkonsum bei Kindern und Jugendlichen reduzieren. „Hoher Zuckerkonsum vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist ein großer Risikofaktor für Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Karies und vor allem Diabetes“, erklärt der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer. Nach Angaben der Bundesregierung verursacht der erhöhte Konsum gezuckerter Getränke jährlich Gesundheitskosten von mehr als zwei Milliarden Euro. Die neue Steuer soll Hersteller dazu bewegen, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu senken. Langfristig sollen dadurch auch die Kosten im Gesundheitssystem sinken.
Kritik von FDP und CSU
Ursprünglich hatte das Bundesfinanzministerium drei Steuerstufen mit höheren Sätzen vorgesehen. Dagegen hatte sich die Union gewehrt. Nun hat sich die Koalition auf zwei Stufen verständigt. Die FDP in Nordrhein-Westfalen kritisiert das Vorhaben. NRW-Fraktionschef Henning Höne wirft der Bundesregierung vor, mit der Steuer vor allem zusätzliche Einnahmen erzielen zu wollen. Er sieht darin einen unnötigen Eingriff in die Entscheidungen der Verbraucher. Kritik kommt auch aus der CSU. Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hält vor allem den geplanten Starttermin für problematisch. Im RTL/ntv-Frühstart erklärt er, dass Unternehmen ausreichend Zeit brauchen, um ihre Rezepturen umzustellen. Deshalb sieht er das Inkrafttreten zum 1. Juli 2027 kritisch.
Bundestag muss noch zustimmen
Die Bundesregierung rechnet durch die Zuckersteuer mit zusätzlichen Einnahmen von rund 690 Millionen Euro im Jahr 2027. Für 2028 erwartet sie sogar etwa 925 Millionen Euro. Endgültig beschlossen ist die Steuer aber noch nicht. Zunächst muss der Bundestag dem Gesetzentwurf zustimmen.

































