Ehrliche Entdecker in WeilerswistKinder finden 700 Euro auf dem Schulweg - und geben alles ab
Für Matteo (8), Sofia (6), Damián (8) und einen weiteren Freund hat der Schulweg am Montag (12.10.) mit einer außergewöhnlichen Entdeckung begonnen: Neben einem Auto lagen zahlreiche Geldscheine - insgesamt 700 Euro. Aber die vier Kinder aus Weilerswist dachten gar nicht daran, das Geld einzustecken. Sie machten sich sofort auf die Suche nach dem Eigentümer.
700 Euro plötzlich auf dem Boden
Die vier Freunde waren gerade auf dem Weg zur Grundschule, als ihnen die Geldscheine auffielen. Ein Portemonnaie oder ein anderer Hinweis auf den Besitzer war nicht zu sehen. Trotzdem war für die Kinder klar, dass jemand das Geld verloren haben muss und nun wahrscheinlich verzweifelt danach sucht. Besonders Sofia machte sich Sorgen um den unbekannten Eigentümer: „Ich dachte schon, das gehörte jemandem. Dann hatte ich Angst, dass der kein Geld mehr hat und traurig ist. Und pleite.“ Einfach weiterzugehen oder die Scheine selbst zu behalten, kam für die Kinder deshalb nicht infrage.
Kinder klingeln an Haustüren
Noch bevor sie ihren Weg zur Schule fortsetzten, versuchten die Grundschüler, den Besitzer des Geldes zu finden. Sie klingelten an mehreren Haustüren und fragten nach, ob jemand die Scheine vermisst. Aber ihre Suche blieb zunächst erfolglos. Schließlich sprachen sie einen Mann auf der Straße an und baten ihn um Unterstützung. Matteo erinnert sich: „Dann habe ich gefragt, ob er uns helfen kann.“ Der Mann nahm die Namen der Kinder in seinem Handy auf, brachte das Geld zur Gemeinde und sorgte so dafür, dass der Fund offiziell gemeldet wurde.
Diese Regeln gelten bei Fundsachen
In Deutschland müssen Funde mit einem Wert von mehr als zehn Euro gemeldet werden. Kann innerhalb von sechs Monaten kein Eigentümer ermittelt werden, gehört das Gefundene in der Regel dem Finder. Meldet sich der Besitzer, steht dem Finder eine Belohnung zu: normalerweise fünf Prozent für die ersten 500 Euro und drei Prozent für den darüber liegenden Betrag. Bei den gefundenen 700 Euro wären das insgesamt 31 Euro Finderlohn gewesen.
100 Euro als Dankeschön
Doch der Eigentümer des Geldes zeigte sich von der Ehrlichkeit der Kinder offenbar besonders beeindruckt. Er hinterließ beim Fundbüro gleich 100 Euro für die vier Grundschüler, deutlich mehr als den üblichen Finderlohn. Damit erhält jedes Kind 25 Euro. Die Freude ist groß, und die Belohnung ist bereits fest verplant. Damián möchte sich das Switch-Spiel „Animal Crossing“ kaufen. Matteo hat sich für „Roblox“ entschieden und Sofia wünscht sich eine Puppe, deren Haare sie mit Türkis, Lila und Pink gestalten kann.

































