Kindernotaufnahme fehlen 2,4 Millionen Euro im JahrImmer bereit für kleine Patienten, doch das Geld reicht nicht

Sie sind Tag und Nacht erreichbar.
In der Notaufnahme des Kinder- und Jugendkrankenhauses „Auf der Bult” in Hannover müssen Personal, Räume und Technik jederzeit startklar sein. Auch dann, wenn gerade gar kein Kind behandelt wird. Doch genau diese Vorhaltekosten bringen viele Kinderkliniken an ihre Grenzen.
28.000 Kinder werden jährlich in Notaufnahme behandelt
„Manchmal sind dir aber auch Kleinigkeiten in Erinnerung, wenn Eltern mit ganz großen Sorgen kommen”, schildert Oberärztin Katharina Crüwell im RTL Nord-Interview ihre Erfahrungen in der Kindernotaufnahme. „Und du gehst da rein und kriegst mit einmal Kind angucken und einmal Schallkopf draufhalten in fünf Minuten diese riesengroßen Sorgen, die die Eltern mitbringen, einfach aufgelöst.”
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Egal ob Krankheit oder Verletzung: Wenn der Kinderarzt oder die Kinderärztin nicht erreichbar ist, finden Familien aus der Region Hannover Hilfe in der Kindernotaufname „Auf der Bult”. Jedes Jahr werden hier rund 28.000 Kinder und Jugendliche behandelt und das rund um die Uhr. Doch die ständige Bereitschaft des Personals macht dem Krankenhaus finanziell zu schaffen. Hinzu kommen Kosten für medizinische Technik und Behandlungsräume, die auch ohne Patienten anfallen.
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Vorhaltekosten der Notaufnahme sind nicht abgedeckt
„Wir bekommen pro Patient 36 Euro. Das reicht von einem Pflasterkleben bis hin zum MRT. Es ist ein Festpreis. Aber den bekommen wir halt immer nur dann, wenn jemand kommt”, erklärt Klinikleiter Parwis Fotuhi. „Die Vorhaltekosten, die wir haben, sind damit nicht abgedeckt. Das ist ähnlich, als Beispiel, wie wenn die Feuerwehr immer bezahlt wird, wenn es brennt.”

Das Kinder- und Jugendkrankenhaus hat deshalb eine Petition gestartet. Außerdem wünscht es sich eine jährliche finanzielle Unterstützung durch die Stadt und Region Hannover in Höhe von 2,4 Millionen Euro, also dem Defizit zwischen den Einnahmen und den Kosten. „Wir fordern ganz bewusst nicht, weil Geld ist sehr knapp und wir wollen es auch keinem anderen wegnehmen”, schildert der Klinikleiter. „Deswegen die Bitte und der Wunsch.”
Kinderärztin: „Wir werden immer da sein.”
Doch komme, was wolle: Kinderärztin Katharina Crüwell will den kleinen Patienten auch weiterhin helfen. „Wir werden hier immer weiter da sein (...) und mit diesen ganzen Herausforderungen, die der Alltag mit sich bringt, auch umgehen”, erklärt die Oberärztin überzeugt.
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„Und das funktioniert, weil wir einfach ein großartiges Team haben, Leute, die mit Herzblut bei der Sache sind. Und wenn es dann personell eng wird, dann stopfen wir die Löcher halt.” Doch damit Kinder und Jugendliche in Hannover auch in Zukunft jederzeit Hilfe erfahren, braucht es wohl mehr als Herzblut: Es braucht eine sichere Finanzierung.
Verwendete Quellen: RTL Nord-Recherche



