Alle Straftaten gehen in Hamburg zurückNur in DIESEM Bereich darf die Statistik laut Innensenator Grote (SPD) steigen

Höchste Aufklärungsquote seit 28 Jahren!
Hamburg wird sicherer, das zeigen die Zahlen der aktuellen Kriminalstatistik deutlich, die Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag (12. Februar) gemeinsam mit der Polizei vorstellt. Die Gewaltkriminalität in der Hansestadt sei spürbar gesunken und es gebe weniger Taten mit Messern und Schusswaffen. In einem Bereich geht die Statistik allerdings nach oben – eine Entwicklung, die Grote sogar gerne in Kauf nehme.
Zahl der Straftaten fast wie vor Corona
Nach einem Anstieg der von der Polizei erfassten Straftaten im Jahr 2023, ist die Kriminalität in Hamburg wie im Vorjahr auch im Jahr 2025 um weitere 5 Prozent gesunken. In der Langzeitbetrachtung liegt die Zahl der 213.596 erfassten Straftaten damit fast auf dem Niveau des Vor-Pandemie-Jahres 2019.
Sehen lassen könne sich auch die Aufklärungsquote der Ermittler. Diese liegt für alle Straftaten bei 49,1 Prozent. Das ist die höchste Aufklärungsquote seit 1997.
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Weniger Taten, weniger Tatverdächtige
Insgesamt erfasst die Polizeiliche Kriminalstatistik im vergangenen Jahr 64.500 Tatverdächtige, ein Rückgang von 4 Prozent. Dieser gehe vor allem auf die gesunkene Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren zurück. Insgesamt ist sowohl die Zahl der deutschen Tatverdächtigen als auch der nichtdeutschen Tatverdächtigen gesunken.
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Analog zur Gesamtentwicklung ist auch die Zahl der Gewalttaten in Hamburg zurückgegangen. Zwar hat die Gewaltkriminalität gemessen an der Gesamtkriminalität nur einen relativ geringen Anteil, dennoch prägt sie erfahrungsgemäß im besonderen Maße das Sicherheitsgefühl der Menschen. Der Rückgang um 5,4 Prozent markiert nach den zuletzt steigenden Zahlen eine positive Trendwende. Insbesondere gesunken ist die Zahl der Gewaltdelikte im öffentlichen Nahverkehr und in Flüchtlingsunterkünften.
Gewalt in Partnerschaften gestiegen
Gestiegen ist allerdings die Zahl für Taten im privaten Umfeld und partnerschaftliche Gewalt. Bei 14 Prozent der erfassten Opfer in der Kriminalstatistik handelt es sich um Fälle von Gewalt in Partnerschaften oder ehemaligen Partnerschaften. Einen Anstieg gab es vor allem bei sexuellen Übergriffen, sowie bei versuchten (4 Opfer) und vollendeten Tötungsdelikten (5 Opfer).
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Bei den fünf Getöteten handelte es sich ausnahmslos um erwachsene Frauen. Wobei drei dieser Fälle auf einen sog. Femizid hindeuten, also Taten, bei denen Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden. Große Anstrengungen investiere die Polizei auch bei der Aufklärung von Sexualstraftaten, heißt es auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Bei mehr als 80 Prozent aller 319 Taten bestand bereits eine Vorbeziehung zum Tatverdächtigen.
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Trotz der steigenden Anzeigenbereitschaft würden jedoch immer noch viele Taten im Bereich der Partnerschaftsgewalt und bei Vergewaltigungen unentdeckt bleiben, sagt Innensenator Andy Grote in einer anschließenden Rede. „Jeden Fall, den wir aus dem Dunkelfeld rauskriegen, da nehme ich in Kauf, dass die Zahl ein bisschen steigt in der Statistik.” Das müsse weiter das Ziel sein. „Wir haben dann eine schlechtere Zahl in der Statistik, aber wir gehen in erster Linie davon aus, dass das mit steigender Anzeigenbereitschaft zu tun hat.”
Polizei appelliert: Sexualstraftaten konsequent anzeigen
Die Polizei Hamburg weist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Möglichkeit einer vertraulichen Spurensicherung hin. Betroffene von sexualisierter Gewalt können sich für die Sicherung von Tatspuren kostenlos rund um die Uhr an die rechtsmedizinische Untersuchungsstelle des UKE wenden (24-h-Telefon: +49 040 7410 52127). Dort kann ein Gutachten über die Verletzungen erstellt werden. Die Betroffenen können anschließend selbst entscheiden, ob und wann sie das Gutachten ggf. für eine Strafanzeige verwenden wollen.
Solltet ihr von häuslicher oder sexueller Gewalt betroffen sein, findet ihr außerdem Hilfe unter der kostenlosen Hotline 08000 – 116 016 oder unter www.hilfetelefon.de.
Verwendete Quellen: dpa, Behörde für Inneres Hamburg – Kriminalstatistik 2025


































