TKMS soll zwölf U-Boote für Kanada bauenDer Norden profitiert vom größten Auftrag aller Zeiten

Die Schiffbauhalle von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS).
Die Schiffbauhalle von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Hier wird in den kommenden Jahren einiges zu tun sein. (Archivbild)
Frank Molter/dpa

Deutscher U-Boot-Bauer macht das Rennen!
Jetzt ist es bestätigt: Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) wird zwölf U-Boote für Kanada bauen. Es ist der größte Rüstungsauftrag in der Geschichte des norddeutschen Schiffsbauers – und der Nordamerikaner. Medienberichten zufolge soll das Auftragsvolumen bei umgerechnet rund 62 Milliarden Euro liegen. Profiteur: die norddeutsche Wirtschaft.

Zwölf U-Boote für Nato-Partner

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Kieler Marineschiffbauer und dem südkoreanischen Unternehmen Hanwha Ocean um den milliardenschweren Auftrag. Zwölf deutsch-norwegische U-Boote vom Typ 212CD soll TKMS jetzt bauen. Das erste soll bereits 2033 ausgeliefert werden. Von dem Deal profitiere nicht nur TKMS, sondern auch die Nato, findet Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU): „Das ist ein starkes Signal für die gemeinsame Verantwortung im Nordatlantik”, und auch Norddeutschland komme gut dabei weg; der Auftrag sei „ein großes Vertrauensvotum in die Leistungsfähigkeit unserer maritimen Industrie”, so der Regierungschef.

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Die norddeutsche Wirtschaft profitiert

„Man sieht, dass hiermit die weltbesten nicht-atomaren U-Boote sich durchsetzen”, stimmt Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) dem Ministerpräsidenten bei der Deutschen Presse-Agentur zu. Und auch die Wirtschaft jubelt: „Bei TKMS (...) können damit zukunftssicher Hightech-Arbeitsplätze für das kommende Jahrzehnt vorgehalten und weiter ausgebaut werden”, schreibt der Verband für Schiffbau und Meerestechnik in einer Pressemitteilung. Daniel Günther fasst zusammen: „Gut für TKMS, gut für Schleswig-Holstein und Deutschland und gut für die transatlantische Partnerschaft.”

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Kurse von Wettbewerber sinken drastisch

Während der Norden jubelt, sitzt in Südkorea die Enttäuschung tief. Der Aktienkurs des Mitkonkurrenten Hanwha Ocean bricht nach der Bekanntgabe des Zuschlags um fast 24 Prozent ein. Zwar können sich die Südkoreaner keine allzu großen Hoffnungen mehr machen, doch noch ein Stück vom Kuchen zu bekommen; ganz in trockenen Tüchern ist der Deal aber noch nicht. Sollten Detailfragen zur Lieferung zwischen Kanada und TKMS bis Ende des Jahres scheitern, bliebe den Südkoreanern noch eine kleine Chance, doch noch beim Bau mitzumischen. (dst)

Verwendete Quellen: dpa, Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V.