Preisgekrönte Pressefotografie im Altonaer MuseumDieser stille Moment macht nachdenklich

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Mit wem unterhält sich Waltraud denn da?
Paula Hornickel via World Press Photo
von Sebastian von Hacht und Maxim Kupermann

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte.
Was macht ein Bild wirklich relevant? Welche berühren uns? Und welche Geschichte steckt dahinter? Auf diese Fragen will die World Press Photo Ausstellung im Altonaer Museum Antworten geben.

Von der Bachelorarbeit zur Preisträgerin

Eine, die mit ihrem Foto Menschen berührt und zur Vergabe eines Preises animiert hat, ist Paula Hornickel. Ihr Bild thematisiert den Einsatz von Robotern in einem Pflegeheim: „Der Sozialroboter wird dort eingesetzt, um die Bewohner zu aktivieren und mit ihnen Gespräche zu führen und darüber hinaus auch nonverbale Kommunikation zu analysieren und auch sich Gesprächsbände merken kann”, erzählt sie im Gespräch mit RTL-Redakteur Sebastian von Hacht.

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Ursprünglich war das Bild Teil ihrer Bachelorarbeit, in welcher sich die 27-jährige mit verschiedenen Roboter-Mensch-Beziehungen in unterschiedlichsten Lebensbereichen auseinandergesetzt hat. Nun findet sich das Bild in der Auflistung der besten Pressefotos aus Europa wieder.

Seit 1955 gibt es den Wettbewerb World Press Photo

Der Wettbewerb World Press Photo gilt weltweit als der größte und bedeutendste für Pressefotografie. Viele der ausgezeichneten Werke zeigen, in welche Situationen sich Fotografen begeben, um die Welt zu dokumentieren. Es sind Situationen, die von den Fotografen Mut erfordern. Umso schwieriger ist die Auswahl für die Jury: Mehr als 57.000 Bilder wurden dieses Jahr für den seit 1955 vergebenen Wettbewerb eingereicht.

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Die Königsdisziplin des Wettbewerbs ist das Foto des Jahres. Gewonnen hat die Auszeichnung 2026 die US-Amerikanerin Carol Guzy. Das Foto zeigt das Leid einer Familie, deren Vater von Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE in New York festgenommen wird.

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Verzweifelt klammern sich die Töchter an ihren Vater Luis, während ihn ICE festnimmt.
Carol Guzy (ZUMA Press for Miami Herald)
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Nicht alles ist gleich KI!

Die Ausstellung im Altonaer Museum zeigt, welche tiefgehenden Geschichten hinter echten Fotografien stecken können. Gerade in Zeiten von künstlicher Intelligenz und täuschend echter Bildbearbeitung wird es zunehmend schwieriger, authentische Aufnahmen von künstlich erzeugten Bildern zu unterscheiden: „Es ist auch die Empathie des Menschen hinter der Kamera. Ich schaue ja ein Foto an und dahinter stand ja der Fotograf, die Fotografin, die das Foto gemacht hat. Und das schwingt natürlich mit”, erklärt die Direktorin des Museums Anja Dauschek.

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Große Themen auf einen kleinen Moment reduziert. Die faszinierende Kraft der Bilder - ab Freitag (22. Mai) können sich Besucherinnen und Besucher im Altonaer Museums selbst ein Bild davon machen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, World Press Photo, Stiftung Historische Museen Hamburg