Vom Straftäter zum SozialarbeiterMesserstechereien und Drogen: Mashood Khan entkommt der Straße nur knapp

Mashood Khan auf dem Parkhausdach
Mashood Khan auf einem Parkhausdach bei Hamburg.
RTL Nord
von Florent Gallet und Dominik Strothotte

Gewalt, Waffen, Knast und dann der Wendepunkt!
Zwischen Beton und Plattenbauten: Mashood Khan verbringt seine Jugend in Norderstedt-Garstedt. Er sieht keine Perspektive und gerät mit Vollgas auf die schiefe Bahn. Was wäre wohl passiert, hätte dieser eine Moment nicht sein ganzes Leben verändert?

Auf der Suche nach einer Identität

Mashood Khan sitzt auf einem Parkhausdach in der Nähe des Hamburger Flughafens. Hinter ihm steigt eine Maschine in den Himmel auf: „Wie oft saßen wir hier und haben die Flugzeuge umkreisen sehen und dachten, irgendwann fliegen wir hier weg“, erzählt der 37-Jährige im RTL-Interview. Hier um die Ecke ist Khan aufgewachsen. Als Kind pakistanischer Einwanderer fühlt er sich in Deutschland nicht willkommen, hat aber auch keinen Bezug zur Heimat seiner Eltern. Eine Identität findet der junge Erwachsene auf der Straße.

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Anerkennung durch Gewalt

Aus Perspektivlosigkeit tritt Mashood Khan einer Gang bei. Er verkauft Drogen, prügelt sich, gerät in eine fast tödliche Messerstecherei: „Ich weiß noch, damals als Jugendlicher, dass ein Freund von mir so ein Küchenmesser mit hatte und wir haben ihn voll gefeiert:Ey Alter, der läuft rum mit einem Küchenmesser.’“ Anerkennung auf der Straße funktioniert eben anders: „Dann gehst du auf die Straße, begehst die erste Straftat, machst irgendwas, wo deine Freunde sagen: ‘Ey, geil, geil, warst du das? Gut gemacht.’“

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Der Wendepunkt

Männlichkeit definiert durch Gewalt und Waffen. Am Ende kommt, was kommen musste: Mashood Khan wandert in den Knast. Und weiter? Ausgerechnet ein Todesfall unterbricht die Abwärtsspirale des kriminellen Jugendlichen. Sein Vater stirbt bei einem Autounfall. Das Unglück wird zum Wendepunkt in seinem Leben: Khan kehrt der Straße den Rücken zu und verbringt mehr Zeit mit seiner Familie. Er holt seinen Schulabschluss nach, studiert und wird Sozialarbeiter.

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„Man kann es raus schaffen”

Heute betreut Mashood Khan in Norderstedt jugendliche Gewalttäter, wie er selbst einer war: „Ich verurteile diesen Jugendlichen nicht, wenn er vor mir sitzt und er vorher die ganze Zeit nur hört: ‘Du bist schlecht, du machst Scheiße. Schule läuft nicht.’“ Der 37-Jährige ist denselben Weg gegangen, kann mitfühlen: „Man kann es raus schaffen. Du musst nur motiviert sein und was dafür tun.“ Khan fordert authentische Vorbilder für Jugendliche und wünscht sich mehr Unterstützung bei der Integration. Denn dass man es schaffen kann, dafür ist Mashood Khan selbst der beste Beweis.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche