Ex-Partner ersticht Mutter auf Spielplatz Oma und Opa suchen für vier Halbwaisen ein neues Zuhause

Wenn das Schlimmste plötzlich traurige Realität wird.
Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Mutter Amelie stehen vier Kinder plötzlich vor einer ungewissen Zukunft. Sie sind erst elf, neun, sieben und dreieinhalb Jahre alt. Wie die Passauer Neue Presse berichtet, suchen ihre Großeltern jetzt dringend eine Pflegestelle für alle vier Geschwister, damit sie nach dem tragischen Verlust nicht auseinandergerissen werden.
Pflegefamilie für vier Kinder gesucht
Das Opfer, eine gebürtige Passauerin, stirbt am Dienstag (16. Juni) nach einem Angriff auf einem Spielplatz in Linden bei Kaiserslautern. Der getrennt lebende Ehemann der 37-Jährigen, ein ehemaliger US-Soldat, steht im Verdacht, sie mit einem Messer angegriffen zu haben. Drei der Kinder werden Zeugen der brutalen Attacke, nur die älteste Tochter ist laut Passauer Neue Presse Zuhause. Nach der Tat soll sich der 40-Jährige selbst schwere Verletzungen zugefügt haben. Einsatzkräfte bringen ihn in ein Krankenhaus. Inzwischen sei er haftfähig, berichtet der Großvater der Kinder.
Opa Bernhard Jander (67) und Oma Petra Sigl (62) setzen laut Bericht gerade alles daran, in Niederbayern einen gemeinsamen Platz für die Geschwister zu finden. Wichtig ist ihnen vor allem, dass die Kinder beieinander bleiben und weiterhin Kontakt zu ihren Großeltern haben können. „Wir sind ja derzeit ihr einziger Halt“, sagt Jander der Passauer Neuen Presse.
Bis Ende August wünschen sich die Großeltern eine Lösung. Dann könnten die schulpflichtigen Kinder zum neuen Schuljahr direkt in eine neue Klassengemeinschaft starten. Bisher gibt es laut Familie in der Region allerdings nur Absagen. Keine der angefragten Einrichtungen hat demnach vier gemeinsame Plätze frei. Kontaktanfragen von Kinder- und Jugendeinrichtungen sollen über das Jugendamt der Stadt Passau laufen.
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Kontaktverbot für Ex-Partner
Das Familiengericht Kaiserslautern hatte dem Tatverdächtigen laut Passauer Neue Presse bereits Ende März per einstweiliger Anordnung untersagt, Kontakt zu seiner Ehefrau aufzunehmen oder die gemeinsame Wohnung zu betreten. Auch seine elterliche Sorge ruhte demnach vorläufig. Eine Woche vor der tödlichen Attacke fand ein Gerichtstermin zum Sorgerecht statt.
Dort sollte geregelt werden, dass der Vater seine Kinder alle 14 Tage in einem Spielzimmer am Jugendamt sehen kann. Sein Verhalten sollte dabei beurteilt werden. Doch dazu kommt es nicht mehr. Einen Tag vor dem ersten geplanten Termin erfolgt die tödliche Attacke auf Amelie.
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Das Paar hatte sich in Darmstadt kennengelernt und 2013 in den USA geheiratet. Die Familie lebte danach unter anderem in den USA und in Spanien, bevor sie in Linden eine neue Heimat fand. Dort war Amelie sehr engagiert, erzählt ihr Vater: „Sie wollte unbedingt etwas tun.” Ihre Kinder sind in Sportvereinen, Schule, Gymnasium und Kita eingebunden. Dieses Leben ist nun von einem Tag auf den anderen zerbrochen.
Abschied von getöteter Amelie in Linden
Am vergangenen Donnerstag nehmen viele Menschen in Linden Abschied von Amelie. Kita-Kinder lassen bei einer Gedenkfeier Luftballons steigen. Ortsbürgermeister Max Richtscheid legt am Spielplatz einen Kranz nieder und zeigt sich laut Bericht „zutiefst bestürzt und noch immer fassungslos“. Die Gemeinde richtet ein Spendenkonto für die Hinterbliebenen ein.
Amelie, die laut ihren Angehörigen schon als Kind sehr naturverbunden war, soll auf dem Passauer Waldfriedhof ihre letzte Ruhestätte finden.
Verwendete Quellen: Passauer Neue Presse, Polizeipräsidium Westpfalz


