Kampf gegen KnaststrafeAus Haft freigekauft! Initiative holt Schwarzfahrer aus dem Gefängnis
Endstation Knast!
Wer ohne Ticket Bus oder Bahn fährt und erwischt wird, muss zahlen. Wer wiederholt schwarzfährt, dem droht sogar eine Haftstrafe. Am eigenen Leib hat das Rosemarie Bringmann erfahren. Doch eine Initiative kauft sie aus dem Gefängnis frei und fordert: Schluss mit Gefängnis für Schwarzfahrer. Wie Hamburgs Justizsenatorin auf diesen Vorstoß reagiert, seht ihr im Video.
Drei Nächte in Haft
510 Euro − so hoch ist Rosemarie Bringmanns Strafe, nachdem sie mehrfach beim Schwarzfahren erwischt wird. Sie habe daraufhin „mehrfach versucht, das irgendwie per Ratenzahlung, also die Strafe abzugelten, was fehlgeschlagen ist, weil ich dann die Raten jeweils nicht genau pünktlich bezahlt habe”, berichtet sie im Gespräch mit RTL. Sie will die verbleibende Geldstrafe stattdessen durch gemeinnützige Arbeit ableisten. Doch dann bricht sich die arbeitslose Ethnologin zweimal den Arm. Sie geht davon aus, dass die Staatsanwaltschaft sich bei ihr melden würde. „Stattdessen wurde ich aus heiterem Himmel verhaftet und landete in der JVA”, erzählt die heute 62-Jährige.
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Drei Nächte und zweieinhalb Tage verbringt Rosemarie Bringmann daraufhin im Jahr 2024 in Haft, bis die Initiative „Freiheitsfonds” ihre Strafe bezahlt und sie so aus dem Gefängnis holt. Und sie ist nicht die einzige freigekaufte Schwarzfahrerin.
Haft für Schwarzfahrer „extrem unverhältnismäßig”
Alleine am Freitag (12. Juni) erkauft die Initiative „Freiheitsfonds” 160 Ticket-Sündern die Freiheit. Der Grund: Sie fordert, dass Schwarzfahren als Straftatbestand abgeschafft wird und will ein Zeichen setzen − pünktlich zur Justizministerkonferenz in Hamburg. Denn: Vor allem wohnungslose und arbeitslose Menschen landen wegen des Fahren ohne Tickets hinter Gittern, weil sie die verhängten Geldstrafen nicht bezahlen können. „Wir finden es extrem unverhältnismäßig, dass irgendjemand auch nur annähernd in die Nähe einer Haftanstalt kommt, weil er zu wenig Geld für ein Busticket hatte”, sagt Leonard Ihßen, Sprecher der Initiative „Freiheitsfonds”, im Gespräch mit RTL.
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Wie viel die Inhaftierung von Schwarzfahrern die Steuerzahler am Tag kostet und was Hamburgs Justizsenatorin von den Forderungen der Initiative hält, seht ihr im Video.
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche



