Happy Birthday!Seit 50 Jahren ist der Elbtunnel Fluch und Segen zugleich

Der wichtigste Tunnel des Nordens wird 50!
Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) das wichtigste Verkehrsbauwerk der Stadt Hamburg eröffnet: den Elbtunnel. Hinter den dicken Wänden des Riesenprojekts verstecken sich einige spannende Fakten, denn hier legte unter anderem ein Promi persönlich Hand an.
Eine halbe Ewigkeit vergeht bis zum Bau
Die Idee durch eine Autobahn die Elbe zu überqueren ist schon sehr alt. Erste Ideen hierzu gibt es bereits 1935. Damals wird geplant, eine 80 Meter hohe Hängebrücke genau dort über den Fluss zu errichten, wo sich heute der Elbtunnel befindet. Adolf Hitler zeichnet hierfür 1939 eigenhändig Entwürfe. Die Idee für eine Stadtautobahn, die als Grundlage für den Elbtunnel dient, kommt später vom Ingenieur und späteren Leiter des Tiefbauamts, Oberbaudirektor Otto Sill.
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Bis der Tunnel dann erstmals am 10. Januar 1975 von Fahrzeugen genutzt werden kann, benötigt es 17 Jahre Planung und Bau. Grund hierfür sind unter anderem die Ölkrise und der Widerstand durch eine Bürgerinitiative. Im Jahr 1968 starten die Arbeiten zum damals größten Unterwassertunnel Europas.
Was hat Mike Krüger mit dem Elbtunnel zu tun?
Der Entertainer arbeitet als Betonbauer-Lehrling auf der Tunnelbaustelle. Damals bindet er gemeinsam mit einem Freund, der wie er in Quickborn wohnt, in einer Arbeitskolonne Stahlgeflechte mit Draht zusammen. Die sollen dem Beton Halt geben. Im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur erklärt er, dass es für ihn eine große Freude war, 1975 erstmals durch den Elbtunnel zu fahren. „Da ich wusste, dass der auch vernünftig gebaut ist, war das natürlich ein tolles Gefühl”, erklärt er. Im selben Jahr erscheint seine erste Langspielplatte „Mein Gott Walter” und macht ihn deutschlandweit als Entertainer bekannt.
Im Video: Jetzt spricht Mike Krüger Klartext!
15 Jahre Protest gegen vierte Röhre
Eigentlich wird der Elbtunnel damals errichtet, um die Elbbrücke zu entlasten, über die sich täglich 110.000 Fahrzeuge zwängten. Auch der Verkehrsstrom durch die Innenstadt sollte hierüber abgeleitet werden. Doch die Rechnung geht nicht auf. Während im Jahr der Eröffnung, 1975, noch 55.000 Fahrzeuge durch die sechsspurige Unterführung fahren, sind es einige Jahre später bereits 100.000 Fahrzeuge. Die Folge: regelmäßige Staus.
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Im Jahr 1982 beschließt der Senat den Tunnel, um eine vierte Röhre zu erweitern. Doch zu einem Bau kommt es bis 1995 nicht. 7.500 Einwände gegen die Planfeststellung und 38 Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht verzögern den Bau. Insbesondere Anwohner leiden massiv unter dem Lärm und dem Dreck. Während der ersten Bauphase müssen über 30 Familien ihre Häuser verlassen, weil diese durch die Erschütterungen des Bohrers baufällig geworden waren.
Kennt ihr schon T.R.U.D.E?
Nach einem langen hin und her kann endlich der vierte Tunnel gebohrt werden. Hierfür kommt die damals größte Tunnelbohrmaschine der Welt zum Einsatz. Mit einem Schneidrad von 14,2 Metern Durchmesser wird sie von den Hamburgern nur liebevoll „T.R.U.D.E.“ genannt. Das steht für „Tief runter unter die Elbe”. Heute steht sie auf dem Hof des Museums für Arbeit in Barmbek. Erst am 27. Oktober 2002 wird der Tunnel eingeweiht. Dass alle vier Röhren gleichzeitig befahrbar sind, ist aber erst zwei Jahre später möglich.
Bis heute ein Nadelöhr
Doch trotz der vier Röhren ist und bleibt der Elbtunnel ein Nadelöhr. Der Verkehr nimmt weiter zu. Für das Jahr 2025 prognostizieren Experten ein tägliches Verkehrsaufkommen von rund 165.000 Fahrzeugen. Durch Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten ist es kaum möglich, alle vier Röhren gleichzeitig geöffnet zu lassen. Lange Wartezeiten im Berufsverkehr und für Pendler sind weiterhin Alltag. (rkm)


































