Dynamischer Tarif in Deutschland startetIkea greift Strommarkt an – das sind die Vorteile für Verbraucher

In Hamburg Moorfleet gab es am Mittwoch eine Bedrohungslage.
Über Ikea können Kunden jetzt auch Strom beziehen.
dpa bf

Der Möbelriese geht neue Wege.
Neben Billy-Regalen und Pax-Schränken bietet Ikea jetzt auch Strom an. Mit einem dynamischen Tarif wollen die Schweden den deutschen Strommarkt aufwirbeln. Verbraucher können dadurch sparen, sollten aber genau rechnen.

Preis für „Svea Strom” ändert sich alle 15 Minuten

„Svea Strom” soll der Tarif laut Bild heißen und ab 21. Januar buchbar sein. „Dynamisch” bedeutet, dass sich die Preise ständig aktualisieren. Die Kunden zahlen jeweils den Echtzeit-Marktpreis, und der kann sich alle 15 Minuten ändern. Vorteil: Wer Stromfresser wie Wallboxen für E-Autos oder Waschmaschinen dann benutzt, wenn der Strom gerade günstig ist, kann sparen.

Stromanbieter sind seit 2025 verpflichtet, ihren Kunden dynamische Tarife anzubieten. Private Haushalte bekommen so direkten Zugang zu den aktuellen Preisen der Strombörse, die in der Regel Großabnehmern (zum Beispiel) Fabriken vorbehalten sind.

Um die dynamischen Tarife nutzen zu können, muss beim Kunden ein intelligentes Messsystem, ein sogenanntes Smart Meter, eingebaut sein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Messgeräten erfasst das Smart Meter den Verbrauch detailliert, wodurch eine minutengenaue Abrechnung möglich wird.

Gut für die Stromkunden: Die viertelstündlichen Preise stehen schon am Vortag um 14 Uhr fest. Verbraucher können sie über eine Smartphone-App abrufen und ihren Verbrauch in günstige Zeitfenster verlagern.

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Ein dynamischer Stromtarif lohnt sich nicht für jeden

Morgens und abends ist Strom laut Stern üblicherweise besonders teuer. Denn zu diesen Zeiten wird von Privathaushalten viel Elektrizität nachgefragt. Günstig wird es hingegen an sonnigen Tagen in den Mittagsstunden. Dann liefern Solarzellen besonders viel Strom, aber es wird wenig verbraucht. Richtig lohnen dürfte sich der Umstieg auf einen dynamischen Tarif dennoch nur für Verbraucher, die eine Wärmepumpe besitzen oder ihr E-Auto zuhause laden wollen.

Einer Analyse des Vergleichsportals Verivox zufolge lohnt es sich für Durchschnittsverbraucher ohnehin eher, auf einen dynamischen Stromtarif zu verzichten und stattdessen öfter den Stromtarif zu wechseln – weil sich dabei jeweils ein Anbieterbonus mitnehmen lässt.

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Das kostet der Ikea-Strom

Die Grundgebühr für den Ökostrom von Ikea beträgt 5,95 Euro pro Monat – laut Stern eine der günstigeren Monatsgebühren bei dynamischen Stromtarifen. Doch auch der Anbieteraufschlag auf den Arbeitspreis, d.h. die Servicegebühr zusätzlich zum Börsenstrompreis und zu Steuern, Netzentgelten und Umlagen, ist für die Gesamtkosten entscheidend. Hier berechnet Svea/Ikea zwei Cent pro Kilowattstunde und liegt damit eher im Mittelfeld. Anbieter wie Lichtblick, Naturstrom, rabot.energy oder Octopus verlangen zwischen 0,9 und 1,8 Cent Aufschlag auf den Strompreis für ihren Service – bei vergleichbarer Grundgebühr.

Daher ist Ikea in Summe teurer – immerhin: Das Smart Meter bauen die Schweden kostenlos ein.

Verwendete Quellen: Bild, Stern, mobiFlip