Hündin hat mehr Follower als Herrchen Wie Golden Retriever Jennie das britische Parlament im Sturm erobert

Diese Blindenhündin ist ein echter Social-Media-Star.
Der britische Abgeordnete Steve Darling kann nur sehr schlecht sehen und braucht deshalb Hilfe durch einen Blindenhund. In diesem Fall: Hündin Jennie. Und die ist mittlerweile so berühmt, dass sie auf der Plattform X schon mehr als 18.000 Fans hat. Ihr Herrchen dagegen, hat weniger als ein Drittel davon.
Jennie liebt das Parlament, hier kann sie sich ausruhen
Sie weiß genau, wo es langgeht – Jennie kennt fast jeden Ort im britischen Parlament – und führt ihr Herrchen zu Sitzungen oder Terminen. „Wir gewöhnen uns an verschiedene Befehle, wie die Garderobe, die Westminster Hall und auch die Kammer“, sagt Steve Darling der Zeitung The Guardian. „Sie bringt mich oft gerne mit in den Plenarsaal, weil sie weiß, sie kann sich hier für eine Weile hinlegen und ausruhen. Und sie liebt es, sich zu entspannen.” Aber ihr Lieblingsort ist wohl die Teestube des Unterhauses, wo „es die Möglichkeit gibt, etwas Essen auf dem Boden zu finden“, sagt der liberaldemokratische Abgeordnete.
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Hundetoilette eingerichtet
Jennie kennt fast alle Orte und fast jeder im Parlament kennt sie. Es gibt sogar eine Hundetoilette für sie, damit es keine bösen Überraschungen gibt, während langer Debatten. Jennie hat sich an das Leben in London gewöhnt, sogar belebte Straßen machen ihr nichts aus. Auch mit anderen Tieren in der Umgebung hat sie sich schon angefreundet. Dabei sind Blindenhunde für das Parlament nichts Neues. Schon 1987 ist der Erste ins Parlament eingezogen.
Hündin soll auf die Bedürfnisse von Blinden aufmerksam machen
Manchmal haben die Hunde im Parlament auch so ihre politischen Differenzen. „Obwohl Chris Holmes und ich uns sehr gut verstehen, tun das unsere Hunde nicht – wenn sie kurz nach einer Abstimmung aneinander vorbeigegangen sind, haben sie sich auch mal angeknurrt“, sagt Abgeordneter David Blunkett über einen politischen Gegner.
Steve Darling hofft, dass er mit Jennie und ihrer Bekanntheit die Situation für zukünftige Mitarbeiter und Abgeordnete verbessern kann. Er will, dass auch sehende Menschen verstehen, welche Bedürfnisse Blinde habe und wo es mehr Barrierefreiheit braucht. (dbl)


