Drama in der OstseeExpertenstreit nach Wal-Rettung! Verantwortliche wehren sich gegen schwere Vorwürfe

Das Drama um den Buckelwal wird zum Expertenstreit!
Meeres-Biologe Robert Marc Lehmann (43) kämpfte Seite an Seite mit anderen Rettern um das Leben des gestrandeten Meeressäugers in der Ostsee. Doch kurz darauf schlug die Stimmung um. Der bekannte Aktivist sorgte mit brisanten Aussagen für Wirbel ‒ und erhob schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren. Diese weisen die Anschuldigungen jetzt entschieden zurück.
Robert Marc Lehmann kritisiert die Wal-Rettungsaktion
Das Schicksal des Buckelwals in der Ostsee bewegt ganz Deutschland. Seit Tagen verfolgen Millionen die dramatischen Versuche, das Tier zurück in tiefere Gewässer zu lotsen. Mittendrin im Geschehen: Robert Marc Lehmann, Meeres-Biologe und einer der bekanntesten Wal-Experten Deutschlands. Der 43-Jährige stand am Timmendorfer Strand stundenlang im kalten Wasser, feuerte den gestrandeten Wal an und koordinierte die Baggerarbeiten rund um das Tier. Mit seinem Einsatz wurde er zum Gesicht der ersten Rettungsaktion am 27. März.
Lese-Tipp: Prognose für Buckelwal „deutlich verschlechtert”
Jetzt ist der Buckelwal erneut gestrandet. Und Lehmann ist dieses Mal nicht vor Ort. Der Grund? Er sei nicht freiwillig wieder zu Hause, behauptet der Meeres-Biologe auf seinem Instagram-Account. „Mein Team und ich waren vorbereitet auf eine wochenlange Mission. Ich hätte den Wal auch bis in den Atlantik begleitet”, so Lehmann. Vielmehr sei er von weiteren Rettungsmissionen ausgeschlossen worden, nachdem sich der Wal erstmals befreit hatte.
Seine Expertise sei plötzlich nicht mehr gefragt und er sei nicht mehr erwünscht gewesen. „Ich wurde aktiv ausgeschlossen von der Mission, und zwar von den Verantwortlichen vor Ort. Vom ITAF”, behauptet Lehmann weiter. Damit meint der Wal-Experte das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung. „Für sie war ich nur ein klickgeiler Influencer.”
Lese-Tipp: „Er wusste, dass ich da bin” – Walflüsterer von Timmendorfer Strand erklärt die Rettung
Lehmann ist nicht nur Influencer, sondern auch ausgebildeter Meeres-Biologe, Fotograf und langjähriger Tierschützer. Seine Community zählt Hunderttausende. Seine Mission: Aufmerksamkeit für Natur- und Artenschutz. Den YouTube-Kanal des Biologen haben mehr als eine Million Menschen abonniert, auf Instagram hat er rund 789.000 Follower. Dass es ihm nur um Selbstdarstellung gegangen sei, weist Lehmann daher von sich.
„Ich hasse es, wenn ich recht habe. Es kotzt mich an!”
Wichtig für ihn sei ausschließlich die Rettung des Buckelwals. Und dabei seien einige Fehler gemacht worden. Man dürfe den Wal nicht stressen und unter Druck setzen, sagt der Meeres-Biologe. Die eigentliche Rettung beginne, wenn das Tier frei schwimme. Das habe man nur am Anfang gemacht. „Man muss den Wal extrem gut lesen können. Man muss Wale verstehen. Man muss verstehen, was man da tut.” Seiner Meinung nach trügen Wal-Experten Neoprenanzüge und seien am Tier im Einsatz.
Lese-Tipp: Buckelwal hängt schon wieder fest
Er habe direkt gewarnt, dass der Wal wieder stranden werde, wenn man ihn nach der Rettung nicht richtig zur Nordsee leite. Und genau das sei jetzt ja passiert. „Ich hasse es, wenn ich recht habe. Es kotzt mich an!” Besonders enttäuscht sei er über den Umgang der Verantwortlichen miteinander. Er sei ratlos, sprachlos und wahnsinnig erschöpft. „Wenn Menschen zusammen kommen, wird es immer schwierig.” In den sozialen Medien stellten sich viele Nutzer hinter Lehmann. Sie wünschen sich eine erneute Beteiligung an der Rettung des Wals.
Video-Tipp: Experten schlagen Alarm! Wal geschwächt und krank
Verantwortliche weisen Lehmanns Vorwürfe zurück
Doch die Vorwürfe von Lehmann wollen die Verantwortlichen der Wal-Rettung so nicht auf sich sitzen lassen. Bei einer Pressekonferenz am Sonntag (29. März) in Wismar nahmen sie auf Nachfrage von RTL Stellung. „In Niendorf ist Herr Lehmann dazugekommen als weiterer Experte und war am Donnerstag vor Ort und hat unterstützt. Und ist am Freitag mit in dem Bootsverband gewesen und hat diesen Bootsverband verlassen, ohne dass er meines Wissens von irgendjemandem aufgefordert wurde, diesen Bootsverband verlassen zu müssen. Das ist mein Stand”, sagte Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAF) der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Professor Dr. Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, ergänzte: „Ich kann es nur unterstützen, dass niemand aktiv von Rettungsmaßnahmen ausgeschlossen ist. Wir haben auch Leute, die sonst involviert waren. Kollegen von Sea Shepherd, die auch mit dabei waren. Von daher ist die Expertise wichtig. Wir haben natürlich auch ganz viele Leute, die sich auf der Behördenseite widerspiegeln, wo wir dann eben auch alle Eventualitäten durchspielen. Das ist hier das, was es ist. Verschiedene Seiten, die wirklich auf der Behördenseite voll informiert werden müssen.”

Auch Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, bekräftigte noch einmal, dass niemand Lehmann aktiv von Rettungsmaßnahmen ausgeschlossen habe. „Ich sage das in aller Deutlichkeit: Wir haben niemanden ausgeschlossen.” Der Politiker kündigte an, persönlich mit Lehmann darüber sprechen zu wollen. „Ich glaube, damit ist auch ein Signal gesendet, dass wir Kooperation suchen, pflegen und umsetzen.”
Lese-Tipp: Meeresbiologe fordert: Lasst ihn in Ruhe!
Der öffentlich ausgetragene Konflikt zeigt, wie emotional die Situation für alle Beteiligten gewesen sein muss und immer noch ist.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Instagram


