Nach Horror-Unfall in BrandenburgFast 190.000 Euro für trauernde Familien – dann wird die Initiatorin mit Vorwürfen konfrontiert

IMG_0050.jpgBlumen und Kerzen erinnern an die vier Jugendlichen, die bei einem schweren Verkehrsunfall in Brandenburg ums Leben kamen. Eine Spendenaktion für ihre Familien hat inzwischen fast 190.000 Euro eingebracht.
Blumen und Kerzen erinnern an die vier Jugendlichen, die bei einem schweren Verkehrsunfall in Brandenburg ums Leben kamen. Eine Spendenaktion für ihre Familien hat inzwischen fast 190.000 Euro eingebracht.
RTL
von Martina Lewinski

Diese Hilfsbereitschaft ist überwältigend – doch plötzlich stehen auch schwere Vorwürfe im Raum.
Nach dem schrecklichen Unfalltod von vier jungen Menschen in Brandenburg ist die Anteilnahme riesig. Eine Spendenaktion für die Hinterbliebenen hat innerhalb kürzester Zeit fast 190.000 Euro eingebracht. Doch während Tausende Menschen helfen wollen, sieht sich die Initiatorin offenbar mit Betrugsvorwürfen konfrontiert. Um Zweifel auszuräumen, soll sie sogar ihre persönlichen Daten bei der Polizei hinterlegt haben.

Mehr als 6.600 Menschen spenden für die Familien

Vier junge Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich hatten. Am Mittwochabend (7. Oktober) sterben sie bei einem schrecklichen Verkehrsunfall auf der Landesstraße 200 bei Biesenthal in Brandenburg.

Die Opfer sind gerade einmal 14, 15, 16 und 19 Jahre alt. Ein 61-jähriger Autofahrer will nach bisherigen Erkenntnissen mehrere Fahrzeuge überholen und kollidiert dabei mit drei entgegenkommenden Mopeds. Drei Fahrer und eine Mitfahrerin sterben noch an der Unfallstelle. Ein vierter Mopedfahrer kann ausweichen und bleibt unverletzt.

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Die Tragödie erschüttert die gesamte Region. Doch neben der großen Trauer gibt es auch eine Welle der Hilfsbereitschaft.

Auf der Spendenplattform GoFundMe startet Djamila Pudja einen Aufruf, um die Angehörigen der vier Todesopfer finanziell zu unterstützen. Mit riesigem Erfolg: Bis Freitagnachmittag (9. Oktober) kommen bereits 188.054 Euro von mehr als 6.600 Spendern zusammen. Ursprünglich lag das Spendenziel bei 42.000 Euro.

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Initiatorin muss sich gegen Betrugsvorwürfe wehren

Doch die enorme Aufmerksamkeit hat offenbar auch ihre Schattenseiten. In sozialen Netzwerken und über WhatsApp sollen Zweifel an der Spendenaktion verbreitet worden sein. Die Initiatorin sieht sich demnach mit Betrugsvorwürfen konfrontiert und muss sich für ihren Aufruf rechtfertigen.

Um für Transparenz zu sorgen, soll sie inzwischen sogar ihre persönlichen Daten bei der Polizei hinterlegt haben.

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Auf der Spendenseite erklärt Pudja außerdem ausdrücklich, wie das gesammelte Geld verwendet werden soll. Die gesamte Spendensumme sei für die vier betroffenen Familien bestimmt und solle zu gleichen Teilen aufgeteilt werden.

Auch ihren persönlichen Bezug zu dem Unglück macht sie öffentlich. Eines der Todesopfer sei ein Freund ihrer kleinen Schwester aus Kindergartenzeiten gewesen. Deshalb habe sie den Spendenaufruf geteilt. Wer Fragen habe, könne sie über Facebook kontaktieren, schreibt die Initiatorin. Ob die gegen sie erhobenen Vorwürfe irgendeine Grundlage haben, ist nicht belegt.

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„Vier junge Menschen – voller Leben, Träume und Zukunft“

Mit emotionalen Worten richtet sich Pudja auf GoFundMe an mögliche Unterstützer. „Vier junge Menschen – voller Leben, Träume und Zukunft – wurden plötzlich und viel zu früh aus dem Leben gerissen“, schreibt sie.

Nichts könne den Schmerz der Angehörigen nehmen. Doch zumindest finanziell wolle man ihnen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen.„Jeder noch so kleine Betrag kann helfen und den Angehörigen zeigen, dass sie in dieser schweren Zeit nicht alleine sind“, heißt es in dem Spendenaufruf.

Große Trauer um die Jugendlichen

Auch abseits der Spendenaktion ist die Anteilnahme gewaltig. Am Donnerstagabend (8. Oktober) versammeln sich nach Angaben des „Tagesspiegel“ mehr als 1.000 Menschen zu einer Gedenkveranstaltung in der Marienkirche in Bernau. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt, zahlreiche Trauernde müssen draußen stehen bleiben.

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An der Unfallstelle erinnern Blumen und Kerzen an die vier jungen Menschen. Während die Polizei gegen den 61-jährigen Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, versuchen Familien, Freunde und Bekannte, das Unfassbare zu begreifen.

Die Spendenaktion soll den Angehörigen nun zumindest eine finanzielle Sorge nehmen. Oder wie es die Initiatorin in ihrem Aufruf formuliert: „Vier junge Leben, die viel zu früh endeten. Vier Familien, die nun mit einem unvorstellbaren Verlust leben müssen.“

RTL hat die Initiatorin der Spendenaktion zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen angefragt. Eine Antwort steht am Freitagabend bislang aus.

Verwendete Quellen: GoFundMe/Djamila Pudja, rbb24, Tagesspiegel/dpa