Ein Befall kann tödlich seinTrotz Ausrottung vor Jahrzehnten! Fleischfressender Schraubenwurm ist wieder da

Sie galt jahrzehntelang als ausgerottet!
In den 1960er-Jahren galt die sogenannte Neuwelt-Schraubenwurmfliege in den USA als besiegt. Jetzt ist der Albtraum zurück, wie ein frisch bestätigter Wurm-Befall in Südtexas beweist. Die Behörden ergreifen unverzügliche Maßnahmen zur Eindämmung. Der Grund: Ein Befall kann tödlich enden – doch nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen!
Fleischfressender Schraubenwurm erstmals wieder in den Vereinigten Staaten entdeckt
In Südtexas schlagen die Behörden Alarm: Bei einem gerade einmal drei Wochen alten Kalb im Zavala County wurde die Neuwelt-Schraubenwurmfliege (Cochliomyia hominivorax) – genauer gesagt der Schraubenwurm (Larvenform der Fliege) – nachgewiesen. Hierbei handelt es sich um einen Parasiten, der sich vom lebenden Fleisch seiner Wirte ernährt. US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins bestätigte den Fall öffentlich in den sozialen Medien.
Das Brisante: Die fleischfressenden Schraubenwürmer galten „in den Vereinigten Staaten vor Jahrzehnten als ausgerottet”, so das US-Landeswirtschaftsministerium. „In den letzten Jahren hat sich die Neuwelt-Schraubenwurmfliege jedoch nordwärts durch Mittelamerika und Mexiko ausgebreitet.”
Daher ergreifen aktuell das US-Landwirtschaftsministerium sowie die texanische Tiergesundheitsbehörde „unverzüglich Maßnahmen, um die Neuwelt-Schraubenwurmfliege in diesem Gebiet einzudämmen und auszurotten”, so Rollins.
Ein bewährtes Mittel: das Ausbringen steriler Fliegen, um den Fortpflanzungszyklus der Schraubenwurmfliege zu durchbrechen – eine Strategie, mit der der Parasit schon einmal besiegt wurde.
Lese-Tipp: Vorsicht, Parasitengefahr! Bei diesen Lebensmitteln müsst ihr aufpassen
Video-Tipp: Parasit im Auge! Vivian (21) sieht plötzlich nichts mehr
Nicht nur Tiere sind gefährdet! Auch Menschen drohen „schwere, oft tödliche Schäden”
Das US-Landwirtschaftsministerium spricht beim Schraubenwurm von einem „verheerenden Schädling“, der in betroffenen Regionen „schwere, oft tödliche Schäden“ bei Lebewesen anrichten kann.
Der Grund: Die Schraubenwurmfliege legt ihre Eier in Wunden und Körperöffnungen von Säugetieren. Aus bis zu 300 Eiern schlüpfen Larven, die sich – wie eine Schraube, daher der Name – in ihren Wirt hineindrehen und sich von seinem Fleisch ernähren.
Zwar bevorzugt der Schraubenwurm Nutztiere, doch auch Menschen können Opfer des Parasiten werden. Erst Ende letztes Jahres berichtete die dpa erstmals von einer Infektion bei einem Patienten im Bundesstaat Maryland.
Verbreitung: Besteht in Deutschland das Risiko einer Schraubenwurm-Infizierung?
Trotz der Ausrottungsversuche sei der Schraubenwurm in Teilen Südamerikas nie ganz verschwunden, so das US-Landwirtschaftsministerium. In den vergangenen Jahren hat sich der Parasit wieder nordwärts vorgearbeitet – erst durch Mittelamerika, dann über Mexiko. Jetzt hat er auch die Vereinigten Staaten wiederum erreicht. Doch ist Deutschland auch von einem Befall bedroht?
Lese-Tipp: Gesundheitslexikon: Welche Arten von Parasiten gibt es?
In Europa beziehungsweise in Deutschland ist die Neue-Welt-Schraubenwurmfliege nicht heimisch, wie die Apotheken-Umschau enthüllt. Zwar gäbe es in Europa „zahlreiche mit den Schraubenwurmfliegen verwandte Schmeißfliegen-Arten”, keine davon würde aber „keinen tief ins Fleisch reichenden Befall wie bei Cochliomyia hominivorax verursachen”, so die Apotheken-Umschau.
Verwendete Quellen: X/Secretary Brooke Rollins, USDA, dpa, Apotheken-Umschau



