Ein Genfehler kann Schuld seinUS-Forscher finden Ursache für Fehlgeburten – bei den Müttern

„Der Schmerz darüber ist kaum in Worte zu fassen.”
So erschüttert melden sich Influencer Julian Claßen und seine Freundin Palina wenige Tage nachdem das neue Jahr 2026 angefangen hat. Sie haben ihr Kind verloren, sehr früh in der Schwangerschaft. So tief der Schmerz auch ist – sie sind nicht allein damit. Eine neue US-Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass daran auch ein Genfehler der Mutter Schuld sein kann.
Fast jede zehnte Frau ist betroffen
Es sind Nachrichten, die traurig machen – und für eine Mutter gehört viel Mut dazu, öffentlich darüber zu reden. Erst Mitte Januar erzählte Pink, dass sie 2016 eine Fehlgeburt erlitten hat. Kim Gloss durchlebte sogar zwei Fehlgeburten, bevor sie sich einer Gehirn-OP unterzog.
Weltweit erleidet laut Wissenschaftlichem Dienst des Bundestages etwa jede zehnte Frau mindestens einmal in ihrem Leben eine Fehlgeburt. Die bohrende Frage „Warum ich?” wird viele beschäftigen, die diesen Horror erlebt haben. Klar ist seit langem, dass bei Müttern mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichzkeit von Fehlgeburten steigt. Denn meist sind Genfehler der Kinder der Auslöser dafür. Und die nehmen mit dem Alter der Mütter zu.
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Genfehler der Mutter als Auslöser
Doch nun nennen Forscher der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) im Fachmagazin Nature einen weiteren möglichen Grund: Gen-Fehler der Mütter selbst könnten ein wichtiger Auslöser sein. Das Team prüfte die Daten von fast 140.000 künstlich befruchteten Embryonen und knapp 23.000 Elternpaaren. Das Ergebnis: Lag ein bestimmtes Gen-Problem bei der Mutter vor, stieg die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten spürbar. „Dadurch konnten wir in diesem Umfang und mit dieser Auflösung einige der ersten gut charakterisierten Zusammenhänge zwischen der mütterlichen DNA und dem Risiko entdecken, nicht überlebensfähige Embryonen zu produzieren”, wird Studienleiter Rajiv McCoy in einer Mitteilung seiner Universität zitiert.

Doch was heißt das jetzt? Vereinfacht gesagt, bestimmt das Erbgut der Mutter darüber, wie das Erbgut des Babys gebaut wird. Ist diese Bauanleitung fehlerhaft, können sich auch Fehler in das Erbgut der Babys einschleichen. So kann es sein, dass zu wenige Chromosomen gebildet werden, die die Erbinformationen tragen. Oder zu viele, wie etwa bei der Trisomie. Immer wenn es hier Abweichungen gibt, steigt die Zahl der Fehlgeburten rapide.
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Die Hoffnung nicht aufgeben
Doch es gibt auch Hoffnung! Denn nicht jede Fehlgeburt bedeutet, dass eine Frau keine Kinder bekommen kann. Oft kann die Medizin heute auch helfen, wenn die Ursache erkannt ist. Prominente wie die „Let’s Dance”-Tänzerin Renata Lusin beweisen das. Sie erlitt drei Fehlgeburten - bis sie eine gesunde Tochter zur Welt brachte. Aktuell (Januar 2026) ist sie wieder schwanger. (tbe)
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Wissenschaflicher Dienst des Bundestages, dpa, ntv.de































