Das Wunder von New YorkDramatische Flucht aus der Todesfalle! Wie Blindenhund Roselle ihr Herrchen aus der 9/11-Hölle rettete

Es ist einer der dramatischsten Überlebenskämpfe der Zeitgeschichte!
Wenn sich am 11. September 2026 die Terroranschläge von 9/11 zum 25. Mal jähren, blickt die Welt zurück auf den Tag, der alles veränderte. Mitten im brennenden Chaos des World Trade Centers spielte sich damals eine unglaubliche Rettungsaktion ab. Michael „Mike“ Hingson (heute 76), von Geburt an blind, war im 78. Stock des Nordturms gefangen. Seine einzige Chance auf Leben: Labradorhündin Roselle, die ihn durch die absolute Hölle nach draußen führen musste.
Mike Hingson entkommt dank Roselle dem Nordturm
Es ist Dienstag, der 11. September 2001, kurz vor neun Uhr morgens. Michael „Mike” Hingson steht an einem Aktenschrank in seinem Büro im 78. Stock des Nordturms, als um 8.46 Uhr die entführte Boeing 767 der American Airlines nur wenige Stockwerke über ihm einschlägt.
„Das Gebäude schien umzukippen“, erinnert sich Hingson heute im Gespräch mit dem People-Magazin. Der Turm schwankt meterweit hin und her. Sein Kollege David Frank klammert sich in Todesangst an einen Schreibtisch. Unter diesem schläft zu diesem Zeitpunkt noch seelenruhig die gelbe Labradorhündin Roselle. „David und ich haben uns tatsächlich voneinander verabschiedet“, erzählt der heute 76-Jährige. „Wir waren uns sicher, dass wir gleich mitsamt dem Büro 78 Stockwerke tief auf die Straße stürzen würden.“ Doch wie durch ein Wunder stabilisiert sich der Riese aus Stahl und Beton vorerst wieder.
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„Oh mein Gott, Mike, über uns ist Feuer und Rauch. Wir müssen hier weg – sofort!“, schreit David Frank. Nachdem die beiden Männer sichergestellt haben, dass keine Kollegen mehr im Büro sind, beginnt der nackte Überlebenskampf. Vor ihnen liegen 78 Stockwerke. 1.400 Stufen nach unten. In die Dunkelheit, in die Hitze, in den dichten Rauch.

Todesangst und Rauch im engen Treppenhaus
Das Treppenhaus ist eng und völlig überlastet. Roselle kann nicht wie gewohnt neben Mike laufen, um ihn zu führen. Sie muss dicht hinter ihm bleiben, während er sich blind am Geländer nach unten tastet. Um ihn herum herrscht nackte Panik. „Ich wusste, dass Roselle die Angst der Menschen spüren würde“, so Hingson. Um seine Hündin zu beruhigen, redet er ununterbrochen mit fester Stimme auf sie ein: „Feines Mädchen, Roselle. Du machst das toll.“
Auf der Höhe der 50. Etage verlässt Mikes Kollegen David Frank endgültig der Mut. „Mike, wir werden sterben! Wir schaffen es hier nicht raus!“, brüllt er verzweifelt. Doch der blinde Hingson bewahrt die Nerven und packt seinen Kollegen mental: „Hör auf, David! Wenn Roselle und ich diese Treppe hinuntergehen können, dann kannst du das auch!“ Franks Panik legt sich. Er übernimmt die Führung der kleinen Gruppe, warnt Mike vor Hindernissen und strahlt plötzlich eine Ruhe aus, die auch die Menschen um sie herum vor einer Massenpanik bewahrt.
50 Helden auf dem Weg in den Tod
Während des schier endlosen Abstiegs strömt ihnen plötzlich eine Phalanx aus Rettern entgegen. Rund 50 schwer bepackte Feuerwehrleute kämpfen sich die Stufen nach oben – direkt in die Todesfalle. Einige von ihnen halten kurz inne, um Roselle über den Kopf zu streicheln. „Geht weiter nach unten und seht zu, dass ihr rauskommt. Wir kümmern uns um das, was oben los ist“, rufen die Feuerwehrmänner den Fliehenden zu. Keiner dieser 50 Männer wird diesen Tag überleben. Insgesamt sterben an diesem Tag 343 New Yorker Feuerwehrleute im Dienst.
Nach 50 qualvollen Minuten erreichen Mike, David und Roselle endlich die völlig verwüstete Lobby des Nordturms. Ein FBI-Agent brüllt ihnen zu, das Gebäude sofort zu verlassen.
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Flucht vor der tödlichen Staubwolke
Die Männer sind kaum hundert Meter vom Komplex entfernt und überqueren gerade den Broadway, als um 9.59 Uhr die Hölle endgültig über sie hereinbricht. Ein Polizist schreit aus vollem Hals: „Lauft um euer Leben, er stürzt ein!“
Es ist der Südturm, der mit einem ohrenbetäubenden Grollen – einer Mischung aus einem rasenden Güterzug und einem gigantischen Wasserfall – in sich zusammenbricht. Eine apokalyptische Lawine aus Schutt, Asche und giftigem Staub rast auf sie zu. „Mein erster Gedanke war: Gott, du hast uns nicht aus diesem Gebäude geholt, damit es jetzt auf uns stürzt“, erinnert sich Hingson. In seinem Kopf hört er plötzlich eine Stimme: „Sorge dich nicht um das, was du nicht kontrollieren kannst. Konzentriere dich aufs Laufen mit Roselle.“
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Die Hündin reagiert blitzschnell. Trotz des dichten Staubs und der Panik auf den Straßen zieht sie Mike mit aller Kraft hinter sich her und lenkt ihn zielgerichtet die Treppen hinunter in eine schützende U-Bahn-Station. Nur wenige Minuten später kollabiert auch ihr eigener Arbeitsplatz, der Nordturm. Als sich der Staub legt und sie wieder nach oben steigen, blickt David Frank fassungslos auf die rauchende Silhouette Manhattans: „Oh mein Gott, Mike. Das World Trade Center ist weg. Es ist einfach weg.“
25 Jahre danach: Das unsterbliche Erbe einer Heldin
Roselle brachte ihr Herrchen an diesem dramatischen Abend wohlbehalten nach Hause nach New Jersey. Kaum in der Wohnung angekommen, schnappte sich die Hündin ihr Lieblingsspielzeug und fing an zu spielen. Für sie war der Job erledigt.
Im Jahr 2002 wurde die tapfere Labradorhündin für ihren heroischen Einsatz mit dem „Award for Canine Excellence“ ausgezeichnet. Im Juni 2011 verstarb Mikes tierische Lebensretterin im Alter von 14 Jahren.

Der Amerikaner zog nach den Anschlägen an die Westküste, schrieb zwei Bestseller über seine Erlebnisse und arbeitet bis heute als Botschafter für Blindenhunde. Heute, ein Vierteljahrhundert nach der Katastrophe, wird der 76-Jährige treu begleitet von Alamo, seinem mittlerweile neunten Blindenhund. Die Erinnerung an den Tag, an dem er sein Leben einer vierbeinigen Partnerin anvertraute, ist für ihn auch nach 25 Jahren allgegenwärtig: „Wenn wir uns von der Angst lähmen lassen, machen wir uns das Leben nur selbst schwer.“
Verwendete Quellen: People


