25 Jahre nach den Terroranschlägen9/11: So haben Menschen aus NRW den Tag in New York erlebt

von Stefan Efferth

2.977 leuchtende Drohnen haben die verschwundenen Türme des World Trade Centers am Donnerstagabend (11.09.) in den Nachthimmel über New York projiziert: eine Drohne für jedes direkte Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Auch Menschen aus NRW waren damals ganz nah dabei. Ihre Erinnerungen an diesen Tag sind bis heute geblieben.

Essener erlebt Einsturz der Türme

Frank Heitkamp aus Essen war am 11. September 2001 als Tourist in New York. Nur einen Tag zuvor hatte der Architekt noch auf der Aussichtsplattform des World Trade Centers gestanden. Als das erste Flugzeug in einen der Türme krachte, war Heitkamp ganz in der Nähe. Zunächst wusste er nicht, was passiert war. Später erlebte er den Einsturz der Türme und die gewaltige Staubwolke auf den Straßen. „Wenn ich die Augen zumache, dann sehe ich die Türme wieder zusammenbrechen“, sagt Heitkamp 25 Jahre später. Auch den Geruch von Staub und Feuer habe er bis heute nicht vergessen. Seine Erinnerungen verarbeitete der Architekt später in zahlreichen Gemälden.

Anruf rettet Leben

Auch Klaus Borchert aus Düsseldorf befand sich an diesem Morgen im World Trade Center. Er saß schon in seinem Büro im 103. Stock des Südturms, als um 08:46 Uhr Ortszeit das erste Flugzeug in den Nordturm einschlug. Zunächst hielt er das Geschehen für einen Unfall. Borchert telefonierte gerade mit einem Kollegen in Düsseldorf. Dieser riet ihm, das Gebäude vorsichtshalber zu verlassen. Eine Entscheidung, die ihm das Leben rettete. Wenig später schlug das zweite entführte Flugzeug in den Südturm ein.

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Feuerwehr Essen erinnert an getötete Kollegen

Besonders präsent ist der 11. September auch bei der Feuerwehr Essen. 343 Feuerwehrleute starben bei dem Einsatz am World Trade Center. Zwischen den Feuerwehren in Essen und New York bestehen seit Jahren Kontakte. Auf einer Essener Feuerwache erinnert deshalb auch ein Geschenk eines New Yorker Fire Captains an die getöteten Einsatzkräfte. „Wir gucken es uns jeden Tag an und sind in Gedanken bei den Kollegen“, sagt Feuerwehrsprecher Christian Schmücker. Die Dimension des Einsatzes beschäftigt die Feuerwehrleute bis heute. Auch der langjährige RTL-Moderator Peter Kloeppel blickt an diesem Jahrestag zurück. Er moderierte am 11. September 2001 rund siebeneinhalb Stunden live und begleitete Millionen Zuschauer durch einen Tag, dessen Dimension zu diesem Zeitpunkt kaum jemand erfassen konnte.

Zahl der Opfer stieg noch Jahre später

Die 2.977 Drohnen in New York erinnern an die Menschen, die unmittelbar durch die Anschläge starben. Doch die gesundheitlichen Folgen forderten in den folgenden Jahren weitere Opfer. Tausende Menschen erkrankten nach Kontakt mit Staub und Schadstoffen rund um das zerstörte World Trade Center. Bis 2026 wurden rund 9.700 Todesfälle mit bestätigten 9/11-bedingten Erkrankungen erfasst. Wie viele weitere Todesfälle mit den Anschlägen zusammenhängen, lässt sich nicht genau beziffern.