Vier Tage vor dem Untergang Letzte Glücksmomente auf der Titanic! Passagier-Brief beschreibt faszinierende Details vom Alltag an Bord

Titanic
Die RMS sank auf ihrer Jungfernfahrt nach New York in den frühen Morgenstunden des 15. April 1912
picture alliance/United Archives | WHA

Es sind Zeilen, die Gänsehaut verursachen!
Ein Passagier der Titanic schreibt von einer „feinen Zeit“ während seiner Reise, von singenden Männern und Kartenspielen in den Salons. Drei Tage, nachdem er den Brief zur Post gegeben hatte, war Henry Price Hodges tot. Das nun aufgetauchte Dokument ist ein erschütterndes Zeugnis der letzten unbeschwerten Stunden auf dem Todesschiff und enthüllt erstaunliche Details über den Alltag an Bord.

Henry Price Hodges gibt Einblick in seine Titanic-Reise

Die Stimmung ist ausgelassen, das Wetter gut, die Reise vielversprechend. Als der 50-jährige Henry Price Hodges am 10. April 1912 an Bord der RMS Titanic zu Stift und Papier greift, ist er voller Vorfreude. Für 13 Pfund (heutiger Geldwert: rund 1.800 Euro) hat er das Ticket mit der Nummer 250643 für die zweite Klasse erworben, um von Southampton nach Boston zu reisen und dort seine Verwandten zu besuchen. In einem Brief an seinen Freund Hector Young in Southampton versucht er, die einzigartige Atmosphäre auf dem als unsinkbar geltenden Luxusliner einzufangen – nicht ahnend, dass es seine letzten geschriebenen Worte sein werden.

Titanic-Brief
Ein Bild des handgeschriebenen Briefes, der zur Versteigerung steht
Henry Aldridge Auctioneers

Hodges’ Schilderungen zeichnen ein lebhaftes Bild einer sorgenfreien Gemeinschaft. „Wir haben bis jetzt eine feine Zeit gehabt“, schreibt er. „Man merkt nichts von der Bewegung des Schiffes, aber das Wetter ist sehr schön.“ Anstatt von Langeweile oder Seekrankheit berichtet er von purer Lebensfreude: „Auf dem Oberdeck marschieren etwa 200 Jungen (ab 20 aufwärts) umher und singen. Andere spielen in den Salons Domino und Karten, einige lesen, einige schreiben, alles ist ganz anders, als man es auf See erwarten würde.“ Es sind die Details eines entspannten Alltags, der bald brutal enden sollte.

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Ein Stück Geschichte kommt unter den Hammer

Der Brief ist nicht nur emotional berührend, sondern sei in vielerlei Hinsicht „außergewöhnlich”, erklärte Auktionator Andrew Aldridge im Gespräch mit CNN. Denn es gebe nur sehr wenige Zeugnisse von Passagieren der zweiten Klasse. „Jeder kennt die Geschichten der Auswanderer aus der dritten Klasse oder die der reichsten Leute in der ersten Klasse“, so Aldridge. „Aber die Geschichte der zweiten Klasse wurde bisher kaum erzählt.“ Hodges, ein Verkäufer für Musikinstrumente, schließt mit seinen Beobachtungen genau diese Lücke und liefert einen „historisch unbezahlbaren Schnappschuss“ vom Leben an Bord. Er erinnert daran, dass die Titanic nicht nur eine technische Sensation, sondern ein Ort voller individueller Schicksale war.

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Hodges gab seinen Brief am 11. April 1912 im irischen Queenstown (heute Cobh), dem letzten Hafen vor der Atlantiküberquerung, zur Post. Nur wenige Tage später, in der Nacht des 14. auf den 15. April, rammte die Titanic einen Eisberg und versank in weniger als drei Stunden in den eiskalten Fluten. Mehr als 1.500 Menschen starben bei der Katastrophe, darunter auch Henry Price Hodges. Seine letzte, fast schon unheimlich prophetische Zeile im Brief lautete: „Ich gehe früh ins Bett, denn ich fühle mich müde wie ein toter Hund.“ Seine Leiche wurde später geborgen und auf dem Fairview Cemetery in Halifax (Nova Scotia) beigesetzt.

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Der Brief, der nun zum ersten Mal überhaupt zum Verkauf steht, wird vom britischen Auktionshaus Henry Aldridge and Son versteigert. Experten schätzen den Wert des einzigartigen Zeitdokuments auf bis zu 35.000 Pfund (41.000 Euro). Es sind die letzten, glücklichen Worte von einem Schiff, dessen Name für immer mit einer der größten Tragödien der Seefahrt verbunden sein wird.

Verwendete Quellen: CNN, Sky News