Ausweichlandung auf dem Weg nach ZürichSwiss Boeing 777 sendet Notsignal 7700 und ändert Kurs mitten über dem Atlantik

Die Swiss-Boeing 777 mit der Kennung HB-JNF hat ein Notsignal gesendet
Die Swiss-Boeing 777 mit der Kennung HB-JNF hat ein Notsignal gesendet (Archivbild)
picture alliance / imageBROKER | Pius Koller

Plötzlich nimmt diese Maschine Kurs auf die Azoren!
Auf dem Weg von Chicago nach Zürich läuft bei Swiss-Flug LX9 plötzlich etwas anders als geplant. Die Crew der Boeing 777-300ER mit dem Kennzeichen HB-JNF setzt den internationalen Notfallcode Squawk 7700. Statt wie geplant in die Schweiz zu fliegen, muss die Maschine ausweichen. Der Grund dafür ist bislang unklar.

Swiss Boeing 777-300ER setzt Notsignal Squawk 7700 ab

Eigentlich soll Flug LX9 die Passagiere von Chicago nach Zürich bringen. Auf dieser Strecke setzt Swiss regelmäßig ihre großen Langstreckenjets vom Typ Boeing 777-300ER ein. Die Flugdaten zeigen am Dienstag (25. August) allerdings einen ungewöhnlichen Verlauf: Die Besatzung setzt das Notsignal Squawk 7700 ab – und der Flug wird umgeleitet. Neues Ziel ist der Flughafen Lajes Field auf der kleinen Azoren-Insel Terceira, mit einer rund 3.300 Meter langen Start- und Landebahn.

Die Azoren sind eine portugiesische Inselgruppe im Atlantik, rund 1.400 Kilometer westlich vom europäischen Festland. Die neun bewohnten Vulkaninseln gehören zu Portugal und sind eine autonome Region des Landes.

Nach der geglückten Landung um 8.30 Uhr unserer Zeit steht die Maschine zunächst minutenlang auf der Landebahn. Dann rollt sie weiter.

Swiss bestätigt RTL auf Anfrage zum aktuellen Zeitpunkt lediglich die sogenannte Diversion. So heißt eine Ausweichlandung in der Luftfahrt. Warum sich die Crew dazu entschieden hat, teilte die Fluggesellschaft zunächst nicht mit.

Squawk 7700 ist ein international verwendeter Notfallcode. Die Piloten stellen die Zahlenkombination am Transponder des Flugzeugs ein und signalisieren der Flugsicherung damit eine allgemeine Notlage. Was genau an Bord passiert ist, lässt sich daraus nicht ablesen. Hinter dem Code kann beispielsweise ein technisches Problem oder auch ein medizinischer Notfall stecken.

Die betroffene Boeing ist zehn Jahre alt

Bei der Maschine handelt es sich um die Boeing 777-300ER mit dem Schweizer Kennzeichen HB-JNF. Das Flugzeug wurde im Juli 2016 an Swiss ausgeliefert und ist damit rund zehn Jahre alt. Die Boeing trägt die Herstellungsnummer 44587 und wird von zwei GE90-Triebwerken angetrieben.

Eine Besonderheit versteckt sich auf ihrer Außenhaut. Ausgerechnet die HB-JNF war 2024 die letzte Boeing 777-300ER der Swiss-Flotte, die mit der sogenannten AeroSHARK-Technologie ausgestattet wurde. Dabei klebt eine transparente Spezialfolie auf Teilen von Rumpf und Triebwerksverkleidung. Ihre Struktur ähnelt Haifischhaut und soll den Luftwiderstand verringern. Dadurch verbraucht die Maschine weniger Kerosin und stößt weniger CO₂ aus.

Die Boeing 777-300ER gehört zu den größten Langstreckenflugzeugen in der Swiss-Flotte. Flugdaten zeigen, dass die HB-JNF regelmäßig auf langen Verbindungen eingesetzt wird, darunter nach Chicago, Miami, Hongkong, Tokio und São Paulo.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Flightradar
Hinweis: Der Artikel wurde und wird aktualisiert.