Frust an der ZapfsäuleBis zu 40 Euro günstiger pro Tankfüllung! Warum Sprit bei unseren Nachbarn so viel billiger ist

von Josephine Kahnt, Anna Pauly und Anke Jonschker

Deutschland ist ein Paradies für Mineralölkonzerne.
An deutschen Tankstellen wird Benzin und Diesel immer teurer. Viele Autofahrer, die können, fahren deshalb kurzerhand ins Ausland. Dort kostet eine Tankfüllung oft deutlich weniger – und die Diskussion über einen Spritpreisdeckel nimmt wieder Fahrt auf.

Für viele lohnt sich der Umweg

Ein paar Kilometer über die Grenze fahren und dabei ordentlich sparen – für viele Autofahrer ist das längst Alltag. An Tankstellen in Tschechien liegen die Preise deutlich unter denen in Deutschland. Manche berichten, sie würden pro Tankfüllung bis zu 40 Euro sparen.

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„Ich habe das selber mal bei mir berechnet. Das sind Unterschiede von einer Tankfüllung bei 40 Euro teilweise. Und das ist relativ viel“, erzählt ein Autofahrer. Ein anderer sagt: „Hier tut sich gar nichts. Und das ist halt das, was ein bisschen verwirrt und ein bisschen nachdenklich macht.“

Warum ist Sprit im Ausland günstiger?

Während die Preise in Deutschland zuletzt kräftig gestiegen sind, greifen manche Nachbarländer stärker ein. Luxemburg und Belgien haben seit Jahren einen staatlichen Spritpreisdeckel. Genau so ein Modell fordert jetzt auch der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. Er argumentiert, Deutschland sei für Mineralölkonzerne ein „Paradies”, weil die Politik kaum eingreift und die Autofahrer klaglos Erhöhungen mitmachen. Die Autofahrer müssten die steigenden Preise am Ende bezahlen.

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Und Entspannung ist nicht in Sicht. Nach der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran droht bereits die nächste Eskalation. Nun haben auch die Huthi-Milizen im Jemen angekündigt, die wichtige Meerenge Bab al-Mandab – und damit den Suez-Kanal – zu blockieren.

Der Experte für maritime Sicherheit Moritz Brake warnt, dass dadurch der weltweite Warenverkehr weiter unter Druck geraten könnte. Die Folgen könnten Verbraucher auch in Deutschland Verzögerung zu spüren bekommen.

Lese-Tipp: Spritpreise explodieren – Bundesregierung plant keine neue Entlastung

Ein Preisdeckel ist vorerst kein Thema

Die Bundesregierung bremst die Erwartungen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) macht in der Sendung „Frühstart” bei ntv und RTL deutlich, dass ein staatlicher Preisdeckel derzeit nicht geplant sei. Erst wenn die Spritpreise deutlich weiter steigen sollten, könne über mögliche Maßnahmen gesprochen werden.

Für Autofahrer bedeutet das vorerst: Wer in Grenznähe wohnt, kann beim Tanken im Ausland häufig viel Geld sparen. Eine schnelle Entlastung an deutschen Zapfsäulen ist dagegen derzeit nicht in Sicht.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche