Auch im Nachbarland Portugal brennt esFlammeninferno im Ferienparadies – Waldbrände wüten an der Costa Brava

Kinder aus Ferienlager evakuiert.
Mehr als 200 Feuerwehrleute haben nach Angaben der Behörden in Spanien einen sich ausbreitenden Waldbrand in der Nähe des beliebten Touristenziels Costa Brava bekämpft. Das Feuer war am Freitagmorgen (3. Juli) in der Nähe der Gemeinde La Bisbal d’Empordà in der nordöstlichen Region Katalonien ausgebrochen. Der Ort liegt rund 20 Kilometer von der Küste entfernt. Im Nachbarland Portugal forderten die Behörden ausländische Hilfe an.
Waldbrände in Spanien: Evakuierungen angeordnet
Die spanischen Behörden riefen die Bewohner von zehn Gemeinden auf, zu Hause zu bleiben. Laut Rettungskräften wurden 150 Menschen evakuiert, darunter 70 Kinder aus einem Ferienlager.

Von der katalanischen Feuerwehr veröffentlichte Aufnahmen zeigten Hubschrauber, die im Tiefflug Wasser auf die Flammen schütteten. Dichte graue und orangefarbene Rauchwolken stiegen aus hügeligem, bewaldetem Gelände auf. Die Feuerwehr appellierte an die Bevölkerung, Reisen in das Gebiet zu vermeiden. Die Costa Brava mit ihren Stränden und zerklüfteten Felsmassiven ist nicht nur bei ausländischen Touristen beliebt, sondern auch ein populäres Wochenendziel für Einwohner der katalanischen Metropole Barcelona.
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Brand durch Winkelschleifer ausgelöst? Polizei nimmt Mann fest
Angesichts der Tatsache, dass der Wind die Bedingungen verschlechterte, forderte der katalanische Regierungschef Salvador Illa den Einsatz der Notfalleinheit der Armee.
Die Innenministerin der katalanischen Regierung, Núria Parlón, teilte mit, dass die Flammen bereits 1.280 Hektar verwüstet hätten. Rund 200 Angehörige der Notfalltruppen des Militärs seien unterwegs. Zu ihren Aufgaben werde gehören, „die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, falls wir gleichzeitig mehrere Vorfälle haben” – ein Szenario mit „hoher Wahrscheinlichkeit”.
Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte im Onlinedienst X seine „Besorgnis” und rief die Bevölkerung zur Vorsicht „angesichts der hohen Temperaturen in den kommenden Tagen” auf.
Die katalanische Polizei teilte mit, dass sie einen Mann festgenommen habe, der verdächtigt wird, den Brand „durch die Nutzung eines Winkelschleifers am Straßenrand” ausgelöst zu haben.
Spanien gehört Klimawissenschaftlern zufolge zu den Ländern, die am stärksten unter der fortschreitenden Erderwärmung leiden. In den vergangenen Jahren nahmen die Häufigkeit und Intensität der dortigen Hitzewellen zu, die häufig Waldbrände auslösen. Im vergangenen Jahr hatten Brände in Spanien nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems die Rekordzahl von fast 400.000 Hektar Land zerstört.
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Mehr als 1.000 Feuerwehrleute bekämpfen Waldbrände in Portugal
Im ebenfalls betroffenen Portugal beschlossen die Behörden am Freitag (3. Juli), den europäischen Katastrophenschutzmechanismus sowie bilaterale Abkommen mit Spanien und Marokko für Verstärkungen zu aktivieren. „Nicht, weil unsere Kapazitäten bereits ausgeschöpft wären, sondern weil bei der derzeitigen Lage unser gesamtes Staatsgebiet einem sehr hohen Risiko ausgesetzt ist”, erklärte Regierungschef Luís Montenegro.

Im Norden Portugals wütet seit Mittwoch (1. Juli) ein Waldbrand, bei dem mindestens neun Menschen verletzt wurden. Das in der Gemeinde Vouzela im Bezirk Viseu ausgebrochene Feuer hat nach Angaben von Zivilschutzkommandeur Mário Silvestre bereits schätzungsweise 10.000 Hektar verwüstet. Rund 1.000 Feuerwehrleute, unterstützt von etwa 300 Fahrzeugen und acht Flugzeugen oder Hubschraubern, wurden am Freitag zur Bekämpfung der Flammen eingesetzt. Vier weitere kleinere Brandherde wurden jeweils von mindestens 100 Feuerwehrleuten bekämpft.
Auch Portugal wird jeden Sommer von Waldbränden heimgesucht. 2017 starben bei Bränden mehr als hundert Menschen. (afp/lha)
Verwendete Quellen: afp


