Bewohner sollen Türen schließenWaldbrände wüten in Bayern – Autobahn gesperrt

Bei Rekord-Temperaturen brechen am Wochenende in Deutschland gleich mehrere Waldbrände aus. In Bayern ist eine Autobahn komplett gesperrt, auch ein Einsatz in Rheinland-Pfalz dauert an. In einer weiteren Region sind die Löscharbeiten „auf einem guten Weg“.
Weil am Chiemsee in Bayern Tausende Quadratmeter Wald und Moor in Flammen stehen, ist die nahegelegene A8 komplett gesperrt. Durch den aufsteigenden Rauch komme es zu Sichtbehinderungen, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr warnt auch die Bevölkerung und bittet, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Wie lange die Sperrung der Autobahn zwischen Übersee und Bernau noch dauert, ist unklar. Das hänge vor allem von der Windrichtung und der Geschwindigkeit der Löscharbeiten ab, so der Sprecher weiter. Am Morgen soll auch ein Hubschrauber der Polizei bei den Löscharbeiten helfen und Wasser über dem brennenden Gebiet abwerfen. Auf beiden Seiten der Sperrung bildeten sich am Morgen laut Kartendienst Google Maps längere Staus.
Seit dem späten Sonntagabend versuchen rund 200 Feuerwehrleute, den Flammen Einhalt zu gebieten. Bei den Löscharbeiten wurde demnach ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Laut der Feuerwehr stehen 5,5 Hektar Wald und Moor in Flammen, das entspricht einer Fläche von knapp acht Fußballfeldern. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Was den Brand verursacht hat, ist noch unklar.
Unterdessen kommen die Löscharbeiten bei dem Waldbrand nahe Bad Kreuznach nach Angaben der Landrätin dank des Regens voran. „Wir haben die Lage im Griff“, sagte Bettina Dickes im SWR. „Der Regen hat das Feuer nach unten gedrückt“, so Dickes. Gelöscht ist der Brand noch nicht: Das Feuer sei noch da, es glimme an ganz vielen Stellen, sagte Dickes, „aber zumindest haben wir keine lodernden Flammen nach oben“. Auch habe der Wall aus Sprenklern gehalten.
Die Polizei hatte am Morgen gesagt, die Einsatzkräfte würden die Lage nach dem Regen in der Nacht neu beurteilen. Weitere Erkenntnisse zum Brandgeschehen gab es am frühen Morgen zunächst nicht.
Das Feuer war am Samstagnachmittag in einem Waldgebiet in der Nähe des Rotenfels an der Nahe ausgebrochen. Wegen der Munition im Boden aus dem Zweiten Weltkrieg gestaltet sich die Brandbekämpfung weiterhin schwierig. Der Ort Traisen war am Sonntag vorsorglich vollständig geräumt worden.
„Die Bilder aus Traisen zeigen, dass wir es nicht mehr mit Ausnahmeereignissen zu tun haben. Waldbrände entwickeln sich zunehmend zu einer sicherheitspolitischen und forstpolitischen Herausforderung“, sagte die FDP-Kreisvorsitzende im Westerwald, Jana Gräf. Rheinland-Pfalz müsse seine Wälder konsequenter auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.
„Wir brauchen ausreichend Löschwasserentnahmestellen und Löschteiche, funktionierende und dauerhaft befahrbare Waldwege, Brandschneisen sowie eine konsequente Aufarbeitung von Sturmholz und anderen Brandlasten. Waldschutz bedeutet heute immer auch Bevölkerungsschutz“, sagte sie.
Auch der Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg ist inzwischen unter Kontrolle. „Wir sind auf einem guten Weg. Das Feuer hat sich in der Nacht nicht weiter ausgebreitet und könnte noch heute gelöscht werden“, hieß es aus dem Lagezentrum des Innenministeriums am Morgen. Zudem sollte der am Morgen einsetzende Regen die Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten unterstützen.
Das Feuer hatte sich am Samstagnachmittag entwickelt und schnell ausgebreitet. Mehr als 200 Einsatzkräfte hatten den Brand bei schweißtreibenden Temperaturen um die 40 Grad in Schach gehalten. Zudem waren zwei Löschhubschrauber im Einsatz. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben.
Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig für Löscharbeiten. Teile des Naturschutzgebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz können von Feuerwehrkräften wegen der Explosionsgefahr nicht betreten werden.
Verwendete Quellen: nbr/dpa


