„Aus ihren Familien gerissen und sie zu Sexsklaven gemacht“Sektenführer mit 20 „Ehefrauen” zu langer Haft verurteilt

Er soll nie wieder so widerliche Verbrechen verüben!
Ein polygamer Sektenanführer ist wegen Missbrauchs und sexueller Übergriffe auf Kinder zu einer Haftstrafe von 50 Jahren verurteilt worden. „Sie haben sie aus ihrem Zuhause, aus ihren Familien gerissen, und sie zu Sexsklaven gemacht“, sagte Richterin Susan Brnovich in Phoenix im US-Staat Arizona in ihrer Urteilsverkündung.
Er soll nie mehr frei sein
„Sie haben sie ihrer Unschuld und ihrer Kindheit beraubt“, hielt sie Samuel Bateman den Spiegel vor. Er solle keine Gelegenheit mehr bekommen, frei zu sein oder auf junge Frauen zu treffen, sagte die Richterin weiter.
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Brnovich hatte zuvor die Aussagen von drei Mädchen im Teenageralter gehört, die eigenen Angaben zufolge immer noch versuchen, ihr Trauma zu überwinden. Der 48-Jährige beanspruchte mehr als 20 spirituelle „Ehefrauen“ für sich, darunter 10-jährige Mädchen. Er zwang Mädchen im Alter von neun Jahren oder älter zu sexuellen Handlungen mit ihm oder anderen Erwachsenen.
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Sektenmitglieder sollten ihm Frauen und Töchter überlassen
Bateman führte einen Ableger der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an, auch bekannt als FLDS. Die FLDS war bereits zuvor mit Vorwürfen konfrontiert, minderjährige Mädchen, die sie als Ehefrauen bezeichnen, sexuell zu missbrauchen. In den Gerichtsdokumenten hieß es, der Mann habe darauf bestanden, dass Polygamie zur Erhöhung im Himmel führe, und dass er auf Anweisung des „himmlischen Vaters“ handle.
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Zwischen 2019 und 2020 hatte der jetzt 48-Jährige damit begonnen, weibliche Erwachsene und Kinder von seinen männlichen Anhängern zu seinen „Ehefrauen” zu erklären, auch wenn keine dieser Ehen rechtlich anerkannt war. Nach Polizeiangaben verhängte der Mann auch Strafen gegen seine Anhänger, die von öffentlicher Schmach bis zu sexuellen Handlungen reichten. Einige der männlichen Anhänger sollten für ihre „Sünden“ büßen, indem sie ihm ihre Frauen und Töchter überließen.
Er karrte Mädchen für seine Sexualverbrechen quer durch die USA
Vor seiner Verurteilung hatte sich der 48-Jährige vor Gericht schuldig bekannt, Mädchen für seine Sexualverbrechen über Staatsgrenzen hinweg transportiert und einige von ihnen entführt zu haben. Der Sektenanführer wurde im August 2022 von der Polizei im US-Staat Arizona festgenommen. Jemand hatte die Polizei alarmiert, nachdem er kleine Finger zwischen den Türlatten eines Anhängers gesehen hatte.
Im Inneren des unbelüfteten Wohnwagens fand die Polizei eine behelfsmäßige Toilette, Sitzmöbel und drei Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren. Im Haus des Mannes in der Stadt Colorado wurden später neun Kinder vorgefunden. Acht Kinder entkamen aus einer Pflegefamilie in Arizona. Sie wurden in einem Fahrzeug im US-Staat Washington entdeckt, das von einer der erwachsenen „Ehefrauen“ des Mannes gefahren wurde.
Haftstrafen auch für sieben der „Ehefrauen”
Sieben der erwachsenen „Ehefrauen“ wurden ebenfalls wegen Straftaten im Zusammenhang mit der Nötigung von Kindern zu sexuellen Handlungen verurteilt. Einige haben zugegeben, dass sie Mädchen gezwungen haben, ebenfalls geistliche „Ehefrauen“ zu werden. Sie waren Zeuginnen sexueller Handlungen, beteiligten sich an Gruppensex mit Kindern oder der Entführung der Mädchen aus Pflegefamilien. Eine weitere Frau muss sich Mitte Januar vor Gericht verantworten.
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In Gerichtsakten zeichneten die Anwälte der Frauen ein düsteres Bild. Einer sagte, seine Mandantin sei in einer religiösen Sekte aufgewachsen, die gelehrt habe, dass sexuelle Handlungen mit Kindern akzeptabel seien. Eine andere sagte, ihre Mandantin sei dem Sektenanführer von einem anderen Mann übergeben worden, als sei sie ein Stück Eigentum, und sie habe das Gefühl gehabt, keine Wahl zu haben.
Die Mädchen, die vor Gericht ausgesagt haben, leben den Angaben zufolge inzwischen bei Pflegefamilien und bekämen viel Unterstützung von vertrauenswürdigen Erwachsenen außerhalb der Sekte. (uvo; ap)


