Ein Großstadt-Cowboy- auf einer Mission: "Rügenwalder." – "Die Wurst oder was?" – "Die mit der Mühle."
Wilson Gonzales Ochsenknecht nimmt sie alle! Er ist das Gesicht der neuen Rügenwalder-Werbung – eine moderne Version, der bekannten Szenen von 1996.
"Er kommt!"
"Das ist halt wie so ein Flashback. Man erinnert sich dran." – "Bei mir auf jeden Fall ist es so ein bisschen Nostalgie."
Und diese Nostalgie ist genau das, worauf auch andere Marken, wie Langnese, setzen.
Prof. Marko Sarstedt: "Diese Nostalgie wirkt als positiver Verstärker, ruft Emotionen hervor, die wir dann eben abrufen, die irgendwie in der Kindheit verankert sind und sorgt dafür, dass wir die Marke als sehr positiv wahrnehmen. Sie setzen uns in eine Zeit zurück, in der das Leben vielleicht etwas einfacher und überschaubarer war."
Weg von Dauerkrisen, Unsicherheit, Schnelllebigkeit.
"Like ice in the sunshine, like ice in the sunshine. I'm melting away, I miss sunny days."
"Es weckt, sag ich mal, wenn dann Erinnerungen an einen Kinobesuch von vor vielleicht zehn oder 15 Jahren." – "Das war so Sommerfeeling. Gute Laune."
Auch der Perwoll-Kultspot von 1987: "Wie weich, die habt ihr wohl neu? Nee ... mit Perwoll gewaschen." ... hat eine Neuauflage bekommen. Setzt darin weiterhin auf den 80er-Look und den bekannten Slogan.
"Ist der neu?" – "Ja" – "Echt?" – "Nein natürlich mit Perwoll gewaschen."
Der Schlüssel, damit eine Neuauflage funktioniert: Bestimmte Elemente müssen wiederkehren: ein Slogan, ein Jingle, bestimmte Szenen. ABER: angepasst an die heutige Zeit.
Prof. Marko Sarstedt: "Das kann zum Beispiel sein, dass man den Ton etwas besser gestaltet oder dass man die Darsteller etwas diverser auswählt. Also so das alte übernehmen. Retro ja, aber bitte mit Gegenwartsbezug."
Deswegen kommt Wilson Gonzales Ochsenknecht auf dem Roller, es gibt Veggie statt Wurst, im Kiosk, statt in der Fleischerei. Aber eins bleibt:
"Feierabend wie das duftet ... kräftig, deftig, würzig, gut." Zusammen schmeckt's am besten. Es muss nicht alles genau wie früher sein, aber das Gute von damals passt eben auch manchmal ins Heute.