Schüsse auf Wohnhäuser und GeschäfteSteckt die „Genz-Z-Mafia” hinter den Angriffen in NRW?

Immer wieder fallen Schüsse.
In Nordrhein-Westfalen nehmen Unbekannte seit Tagen Geschäfte, Restaurants und sogar Wohnhäuser ins Visier. Meist schlagen die Täter mitten in der Nacht zu. Ermittler prüfen jetzt, ob hinter einem Teil der Angriffe eine besonders gewaltbereite Gruppierung steckt: die sogenannte „Gen-Z-Mafia“.
Junge Täter sollen Geschäftsleute mit Schüssen erpressen
Schüsse auf Gebäude, Drohungen und hohe Geldforderungen: Der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Oliver Huth, vermutet hinter einem großen Teil solcher Angriffe Schutzgelderpressungen durch die sogenannte „Gen-Z-Mafia“. „Wir haben im Moment verschiedene Protagonisten auf dem Markt, die mit Gewalt von sich reden machen“, erklärt er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
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Dabei soll es sich um junge türkische Täter handeln, die sich laut Huth illegal in der EU aufhalten und besonders mobil sind. Ihre Opfer: vor allem türkische Geschäftsleute. Die Täter wählen ihre Ziele offenbar relativ willkürlich aus. Mal schießen sie zuerst auf ein Gebäude und fordern anschließend Geld, mal kommt die Drohung vor den Schüssen. „Sie versuchen auf dem Weg, von den Opfern Geld zu erpressen, teilweise unter Verwendung von Kriegswaffen“, erklärt Huth. Teilweise kommen dabei sogar Maschinenpistolen zum Einsatz.
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Rund 20 Fälle: So gefährlich ist die „Gen-Z-Mafia“
Auch das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen kennt die Gruppierungen bereits. Seit Februar 2026 erfasst die Behörde entsprechende Straftaten gesondert. „Dem LKA NRW liegen Erkenntnisse zu rund 20 Sachverhalten in NRW vor. In sechs Fällen kam es dabei zu Schusswaffendelikten, in zwei weiteren Fällen wurde lediglich Munition in einem Kuvert hinterlassen“, erklärt eine Sprecherin. Zuvor berichtet die „Rheinische Post“ über die Zahlen.
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Die sogenannte „Gen-Z-Mafia“ besteht laut LKA überwiegend aus Menschen der Jahrgänge 1995 bis 2012. Die Gruppierungen haben flache Hierarchien, wechselnde Mitglieder und feste Rollen bei ihren Straftaten. Hinter den teilweise selbstironischen Namen und der Inszenierung in sozialen Medien steckt laut Polizei eine hohe Gewaltbereitschaft. „Gen Z ist rücksichtslos brutal und mit kurzer Zündschnur unterwegs“, warnt Ernst Herget von der Gewerkschaft der Polizei bei der Rheinischen Post.
Schüsse in Köln, Bielefeld und Co.: Polizei ermittelt
Allein in den vergangenen Tagen fallen in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens Schüsse auf Gebäude. Eine Ermittlungskommission untersucht in Bielefeld neun Taten mit fünf Geschädigten sowie jeweils einen weiteren Fall in den Kreisen Gütersloh und Herford. Auch aus Köln, Brühl und Troisdorf werden Schüsse gemeldet. Erst am frühen Sonntagmorgen (18. Oktober) feuert ein Unbekannter mehrfach auf eine Autovermietung in Kirchlengern (Kreis Herford). Zum Zeitpunkt der Schüsse befindet sich niemand im Gebäude. Verletzt wird bei den Angriffen nach bisherigen Polizeiangaben niemand.

Ob die jüngsten Taten tatsächlich zusammenhängen und auf das Konto der „Gen-Z-Mafia“ gehen, ist allerdings noch unklar. Auch Streitigkeiten innerhalb des kriminellen Milieus kommen als Hintergrund infrage. Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung sehen die Ermittler derzeit nicht. Trotzdem bleibt ein Risiko: Wenn Täter auf bewohnte Gebäude oder aus fahrenden Autos schießen, können auch Unbeteiligte getroffen werden. (nha)
Verwendete Quellen: dpa
































