Angreifer auf der FluchtSchüsse auf Wohnhaus in Köln

Die Polizei Köln hat den Tatort abgesperrt
Die Polizei Köln hat den Tatort abgesperrt
RTL/ Valerio Magno
von Valerio Magno und Roger Saha

Schon wieder eskaliert die Gewalt in Köln!
Am Freitagmorgen ist auf ein Wohnhaus in der Millionenmetropole geschossen worden. Die Polizei hat den Tatort abgesperrt. In dem Haus im Stadtteil Mülheim befindet sich eine Pizzeria. Dort und an der darüber liegenden Wohnung wurden zehn Einschusslöcher entdeckt. Verletzt wurde niemand.

Menschen in der beschossenen Wohnung: Mordkommission ermittelt

Anwohner Horst Filaferro (66) hat Schüsse gehört
Anwohner Horst Filaferro (66) hat Schüsse gehört
RTL/ Valerio Magno

Anwohner Horst Filaferro (66) erzählt RTL, um 6.22 Uhr seien plötzlich Schüsse in der ruhigen Gegend gefallen. Zu dem Zeitpunkt waren Menschen in der Wohnung, auf die geschossen wurde. Deswegen hat die Kölner Polizei eine Mordkommission eingerichtet. Von dem oder den Tätern fehlt jede Spur.

Die Spurensicherung ist in Köln-Mülheim im Einsatz
Die Spurensicherung ist in Köln-Mülheim im Einsatz
RTL/ Valerio Magno

In den vergangenen Wochen und Monaten hatten Täter immer wieder auf Geschäfte und Häuser in Köln geschossen. In der Vergangenheit waren auch Sprengsätze zum Einsatz gekommen. Explosionen und Schüsse im Raum Köln sind laut Bundeskriminalamt nur ein Beispiel für die wachsende Brutalität krimineller Banden. Ob das auch hier das Motiv ist, ist noch unklar. Fakt ist: Die Zahl der Ermittlungsverfahren steigt deutlich an.

Immer mehr Gewalt

Polizisten in Köln-Mülheim suchen nach Schüssen auf ein Wohn- und Geschäftshaus die Gegend nach Patronenhülsen ab.
Polizisten in Köln-Mülheim suchen nach Schüssen auf ein Wohn- und Geschäftshaus die Gegend nach Patronenhülsen ab.
RTL/ Valerio Magno

Kriminelle Banden in Deutschland greifen immer häufiger zu exzessiver Gewalt, um ihre Opfer einzuschüchtern und Machtansprüche durchzusetzen – auch gegenüber rivalisierenden Gruppen. Im aktuellen Bundeslagebild Organisierte Kriminalität (OK) werden für das vergangene Jahr 20 vollendete Tötungsdelikte aufgeführt sowie 100 Fälle von vollendeter Körperverletzung. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es im OK-Bereich 13 vollendete Tötungsdelikte und 77 Fälle von Körperverletzung.

„Insbesondere zur Durchsetzung von Interessen und Machtansprüchen sowie in Konfliktsituationen zeigen OK-Gruppierungen eine erhöhte Gewaltbereitschaft und -anwendung”, heißt es in dem Lagebild, das die Situation im Jahr 2025 abbildet.

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Sogar Kinder werden für Gewalttaten rekrutiert

Als ein Beispiel für die Brutalität, mit der viele Täter inzwischen vorgehen, nennt das vom Bundeskriminalamt (BKA) erstellte Lagebild eine Serie von Explosionen und Schussabgaben im Großraum Köln seit Sommer 2024, die auf den Diebstahl einer Rauschgiftlieferung zurückzuführen sind. Zugenommen haben demnach zuletzt auch die Fälle, in denen Gewalttaten wie eine Dienstleistung bestellt oder durch eigens dafür rekrutierte Minderjährige verübt werden. Da sich dieses vergleichsweise neue Phänomen der Anwerbung der Täter über soziale Medien „sehr dynamisch entwickelt”, sei ein fortlaufender Austausch mit den Service-Providern notwendig, hält das BKA fest. Unter den angeheuerten Tätern seien teils sogar 13-Jährige.

Auftraggeber und derjenige, der die Tat ausführt, begegnen sich dabei oft überhaupt nicht. Solche kriminellen Dienstleistungen funktionierten nach dem Prinzip „Einer plant, einer bezahlt, einer schlägt zu”, sagt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche/ dpa