Mordprozess wertet Hinweise ausDas verrät eine Faser unter Fabians (†8) Daumennagel

Gutachten zeigt mögliche Übereinstimmung!
Im Strafprozess um den getöteten Fabian geht die Auswertung von Indizien und Spuren am siebten Verhandlungstag weiter. Darunter fällt auch die Untersuchung von Fasern, die an der Leiche des Achtjährigen festgestellt werden konnten. Textilspuren unter dem rechten Daumennagel liefern mögliche Hinweise auf die angeklagte Gina H..
Fasern stimmen mit Pullover und Hose von Gina H. überein
Es sind keine großen auffälligen Spuren, um die es am siebten Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock geht. Wichtig können sie dennoch sein. Denn wie ein Sachverständiger am Donnerstag (28. Mai) erklärte, sei unter Fabians rechtem Daumennagel lila-blau eingefärbte Baumwollfaser festgestellt worden.
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Für das Textilgutachten hat der Experte unter anderem Kleidung vom Leichnam, Kleidung der Angeklagten und deren Auto auf Textilfasern untersucht, wie Stern berichtet. Mit einer Übereinstimmung! Bei der lila-blauen Faser gebe es Übereinstimmungen zu einem Pullover der Tatverdächtigen Gina H. Auch bei einer weiteren Faserspur, die am Ärmelbündchen des Opfers gefunden wurde, gebe es einen Treffer: grau-grünliche Polyesterfaser könne von einer Reithose der Angeklagten stammen.

Richter warnt: Fotos nur schwer zu ertragen
Der Sachverständige machte aber klar, dass eine Bewertung der Funde sehr schwer und kaum möglich sei. Es könne etwa nicht gesagt werden, wie es zu einer Spurenübertragung gekommen sei.
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Vor der Anhörung des Experten hatte der Richter die Zuschauer im Saal gewarnt: Für die Auswertung wurden Fotos des verbrannten Leichnams von Fabian gezeigt, diese seien nur schwer zu ertragen. Wer das nicht aushalte, habe die Möglichkeit, den Saal zu verlassen. Fabians Mutter, die als Nebenklägerin persönlich am Prozess teilnimmt, war aus diesem Grund nicht zur Verhandlung gekommen.
Handydaten von Gina H. ausgewertet
Im Laufe des Verhandlungstages wurden außerdem die Funk- und Verbindungsdaten ausgewertet. Ein Kriminalpolizist erklärte dabei: „Das Mobiltelefon der Beschuldigten konnte am Tattag nicht in Güstrow festgestellt werden und es konnte auch nicht am Tatort festgestellt werden.” Das Fehlen der Daten könnte nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft daran liegen, dass die 30-Jährige ihr Handy während der mutmaßlichen Tat ausgeschaltet hatte.
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Die Gina H. ist des Mordes angeklagt. Sie soll Fabian laut Staatsanwalt am 10. Oktober 2025 mit ihrem Auto abgeholt und später an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) mit sechs Messerstichen getötet haben. Nach der Trennung von Fabians Vater soll H. eifersüchtig gewesen sein. (okr)
Verwendete Quellen: dpa, Stern


