Schwere Vorwürfe gegen MinderjährigeNachbarin in Halle befreite Mädchen (12 und 13) aus Horror-Situation

Vier Mädchen aus Horror-Situation gerettet
Jennifer Schmitz holte die Mädchen aus der Nachbarwohnung.
RTL

Dieser Fall löste in Deutschland Entsetzen aus.
Haben vier minderjährige Jungen in einer Wohnung in Halle (Saale) vier Mädchen vergewaltigt? Die Opfer sollen erst 12 und 13 Jahre alt sein. Zunächst ermittelte die Polizei in diese Richtung - doch dann heißt es, der Sex sei weitgehend einvernehmlich gewesen. Eine Nachbarin, die die Mädchen aus der Wohnung holte, erzählt eine Geschichte, die daran zweifeln lässt.

Halle: Nachbarin rettet Mädchen aus Wohnung

„Die darf nicht schwanger werden.“ Dieser Satz lässt Nachbarin Jennifer Schmitz in Halle an der Saale sofort handeln. Sie hört den Satz nach eigenen Angaben aus einer Wohnung, in der sich vier Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren und vier Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren aufhalten. Schon vorher habe es Lärm aus einer Nachbarwohnung gegeben, erzählt sie im RTL-Interview. Dann sei ein Mädchen mit der Polizei am Telefon im Treppenhaus zu ihr gekommen und habe um Hilfe gebeten. Als sie ihr folgte und den Satz über eine mögliche Schwangerschaft an der Wohnungstür hörte, sei für sie klar gewesen, dass sie nicht auf weitere Hilfe warten könne.

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„Da habe ich rot gesehen und bin dann in die Wohnung reingestürmt“, sagt die Nachbarin. In einem Zimmer habe sie eines der Mädchen kaum ansprechbar vorgefunden. „Die Mädchen, die waren wirklich weg, die konnten auch nicht mehr“, schildert sie. Zudem sollen sie teilweise entkleidet gewesen sein. Sie habe Rettungskräfte rufen lassen und versucht, die Mädchen zu beruhigen.

Staatsanwaltschaft sieht Fall inzwischen anders

Zunächst stand der Verdacht der Vergewaltigung im Raum. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Halle soll es nun aber doch keinen Haftantrag gegen die Jugendlichen geben. Oberstaatsanwalt Dennis Cernota sagte der Deutschen Presse-Agentur, nach jetzigem Ermittlungsstand gehe man von einem freiwilligen Zusammentreffen aus. Die Mädchen hätten die Jungen demnach selbst in die Wohnung eingeladen. Außerdem sei sehr viel Alkohol im Spiel gewesen. Die Ermittlungen laufen nun wegen des Verdachts der sexuellen Handlung an Kindern. Zwei Mädchen kamen laut Polizei zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus, zwei weitere wurden ambulant behandelt. Auch der mögliche Einsatz Bewusstseins-beeinflussender Substanzen wurde geprüft.

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„Wenn ich bewusstlos liege, hat mich keiner anzufassen“

Was juristisch am Ende bleibt, müssen Polizei und Staatsanwaltschaft klären. Für die Nachbarin ist der Abend trotzdem ein Schock. Sie sagt, die Jungen hätten auf sie nicht so betrunken gewirkt wie die Mädchen. Diese seien teils „geistig weggetreten“ gewesen. Besonders ein Satz zeigt, warum sie eingegriffen hat. „Wenn ich da bewusstlos liege, hat mich keiner anzufassen. Das ist ein NoGo“, sagt sie. Genau diese Grenze sei für sie entscheidend gewesen.

Die Beschuldigten haben sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Aufklärung ist schwierig, weil die Mädchen Erinnerungslücken haben sollen. (tbe)

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa