Es muss jetzt schnell gehenExperten bereiten Rettungsaktion für Buckelwal vor – Tier sehr geschwächt
Das Wal-Drama geht weiter.
Zunächst durften alle Wal-Fans am Sonntagmorgen (29. März) die Daumen drücken: Der zum zweiten Mal auf einer Sandbank in der Ostsee gestrandete Buckelwal hatte sich erneut aus seiner misslichen Lage befreit. Doch die Hoffnung war nur von kurzer Dauer. Wie Bild meldet, ist der Meeressäuger wohl erneut gestrandet. Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern und der Organisation Greenpeace bestätigen der Deutschen Presse-Agentur, dass das Tier weiter in der Wismarbucht liege. Umweltschützer und Einsatzkräfte bereiten eine Rettungsaktion vor.
Hat der gestrandete Wal noch eine Chance?
Ob der Wal wieder auf einer Sandbank festhänge, sei noch unklar. Die Wasserschutzpolizei sei nach wie vor im Einsatz. Sollte das Tier wieder festsitzen, würden sie versuchen, ihn zu befreien, wie der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack der Deutschen Presse-Agentur sagte. Denkbar sei etwa, ihm Impulse zu geben. „Der Wal muss jetzt sehr schnell frei kommen, damit er überhaupt noch eine Chance hat.”
Expertinnen und Experten der Organisation Greenpeace, des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung wollen dafür laut Maack mit einem Schlauchboot Richtung Wal fahren. Dieser liege diesmal nur wenige Hundert Meter vom Festland entfernt. Die tiefe Fahrwasserrinne sei nicht weit. Das Tier sei aber sehr geschwächt, seine Haut „extrem angegriffen”.
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Wal strandete zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage
Am späten Samstagabend (28. März) war es dem 12 bis 15 Meter langen Meeressäuger gelungen, mit steigendem Wasserstand von der Sandbank in der Wismarbucht freizukommen, teilte der Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern, Claus Tantzen, mit. Er wurde von der Wasserschutzpolizei begleitet, die versuche, dem Tier zu folgen. Bereits damals war ungewiss, ob der Wal erneut stranden würde, da die Gewässer in Küstennähe sehr flach seien, so Tantzten.
Der Buckelwal war am Montagmorgen (23. März) auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt worden. Nach tagelangen Bemühungen zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht zum Freitag überraschend selbst von der Sandbank durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne befreit – und war aus der Lübecker Bucht in Richtung Mecklenburg geschwommen, allerdings in Küstennähe.
Bereits am Samstagnachmittag (28. März) strandete das Tier dann erneut - dieses Mal in der Wismarbucht südlich der Insel Walfisch. Da die Haut des Meeressäugers zu sehr erkrankt ist, um an ihr einen Sender zu befestigen, war der Wal zwischenzeitlich verschwunden und wurde von Umweltschützern gesucht und wieder entdeckt.
Warum der Wal vor Timmendorfer Strand aufgetaucht war, ist bislang unklar. Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Sie können nach Expertenangaben auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und in der Ostsee landen. Auch Unterwasserlärm könne eine Rolle spielen.

Wal soll in Ruhe gelassen werden
Eine erneute Rettungsaktion hatte es am Samstag (28. März) nicht gegeben. „Wir wollen dem Wal die Chance geben, sich selbst zu befreien”, hatte der Meeresbiologe der Organisation Greenpeace, Thilo Maack, der Deutschen Presse-Agentur gesagt. „Das Beste ist jetzt, den Wal komplett in Ruhe zu lassen”, fügte er hinzu. Wie es dem Tier gehe, sei schwer einzuschätzen und hänge von der Verfügbarkeit von Nahrung und davon ab, wie gestresst es sei.
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Experten zufolge werden immer mal wieder Großwale in der Ostsee gesichtet, die dann nach Wochen auch den Weg in die salzreichere Nordsee zurückgefunden hätten. Nach Angaben der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd handelt es sich bei dem Tier wahrscheinlich um den Wal, der zuvor bereits mehrfach vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesichtet worden war und Anfang März durch sein Auftauchen im Hafen von Wismar Aufsehen erregt hatte.
Das Schicksal des Wals bewegt nicht nur viele Menschen in Deutschland, sondern auch im Ausland. (lha)
Verwendete Quellen: dpa


