„Ich habe echt nichts gemacht“Maschsee-Mörder weist neue Gewaltvorwürfe von sich

Nach zwölf Jahren Haft wegen Mordes steht Alexander K. wieder vor Gericht.
Seine Ex-Freundin wirft dem Maschsee-Mörder vor, sie misshandelt und eingesperrt zu haben. Zum Prozessauftakt bestreitet der 38-Jährige die Vorwürfe vehement – und erhebt seinerseits schwere Anschuldigungen.
Die neuen Vorwürfe: Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung
„Ich habe echt nichts gemacht.“ Alexander K. weist zum Auftakt seines Prozesses vor dem Landgericht Düsseldorf die neuen Gewaltvorwürfe gegen ihn zurück. Rund zwei Stunden lang äußert sich der 38-Jährige, der als sogenannter Maschsee-Mörder bekannt wurde, zu den Anschuldigungen seiner Ex-Freundin. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor. Seine damalige Lebensgefährtin hatte ausgesagt, Alexander K. habe sie misshandelt und in ihrer Wohnung eingesperrt.
Alexander K. spricht von einer Intrige seiner Ex-Freundin
„Ich war von den Vorwürfen komplett schockiert“, sagt Alexander K. vor Gericht. Statt die Schilderungen seiner Ex-Freundin einzuräumen, erhebt er nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur selbst schwere Vorwürfe gegen die Frau. Sie habe ihm Psychopharmaka ins Essen gemischt und versucht, die Online-Community zu zerstören, die er sich nach seiner Haftentlassung aufgebaut hatte. „Sie hat sogar meine Mutter manipuliert“, behauptet der Angeklagte.
Lese-Tipp: Maschseemörder wieder frei – und prahlt im Internet mit der Tat
Ex-Freundin soll er gewürgt und geschlagen haben
Alexander K. war im vergangenen Jahr nach Verbüßung seiner Haftstrafe wegen Mordes freigekommen und anschließend zu seiner neuen Freundin nach Düsseldorf gezogen. Kennengelernt hatten sich die beiden über TikTok. Am 22. Dezember 2025 sowie Anfang Januar soll er laut Anklage gewalttätig gegen sie geworden sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Frau gewürgt, geschlagen, misshandelt und in der Wohnung eingesperrt zu haben.
Alexander K. bestreitet das. Als Argument führt er unter anderem die gemeinsamen Weihnachtstage an. Noch an Heiligabend sei er mit seiner Freundin zu deren Eltern gefahren und habe dort mit ihr Weihnachten gefeiert. Dem 38-Jährigen drohen im Falle einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. Auch eine Sicherungsverwahrung steht laut dpa im Raum.
2012 tötete und zerstückelte Alexander K. eine Frau
Alexander K. hatte 2012 in Hannover eine 44 Jahre alte Prostituierte aus Ibbenbüren getötet. Anschließend zerstückelte er ihre Leiche und warf die Körperteile in den Maschsee. 2013 verurteilte ihn das Landgericht Hannover wegen Mordes zu zwölf Jahren Haft und wies ihn in eine Psychiatrie ein. Das Gericht stellte damals fest, dass ihn reine Mordlust angetrieben habe.
Diese Strafe hat Alexander K. inzwischen verbüßt. Nun muss sich der Maschsee-Mörder erneut wegen schwerer Vorwürfe verantworten. Ob die Schilderungen seiner Ex-Freundin oder die Darstellung des Angeklagten das Gericht überzeugen, ist offen. Der Prozess in Düsseldorf wird am Donnerstag fortgesetzt.
Verwendete Quelle: dpa


