Liveticker zu den Wahlen 2026Sollte Friedrich Merz sein Amt nach dem Debakel zur Verfügung stellen?

von Philipp Petersdorff, Camilla Koziol, Johanna Grewer, Sebastian Fuhrmann, Felix Christmann, Anke Jonschker und Fabian Klein

Es ist ein weiterer Tiefpunkt für die CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz, der mehr denn je um sein politisches Überleben kämpft.
Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern rutscht die Union unter die Fünf-Prozent-Hürde. Ein historisches Debakel. In Berlin siegt die Linke, die CDU muss das Rathaus damit wohl räumen.
Am Tag nach der Wahl räumt Merz ein: „Wir haben auf zu viele Fragen keine zufriedenstellende Antwort.”

Sollte Friedrich Merz jetzt als Bundeskanzler zurücktreten? Hier abstimmen!

Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Alle Entwicklungen im Liveticker

Wichtige Updates
Thorsten Berger

Merz nach Wahldebakel offenbar zu Kurskorrekturen bereit

"Die Gründe für diese Wahlergebnisse reichen weit über meine Person hinaus", erklärt Kanzler Merz heute Mittag.
Der Kanzler spricht von "destruktiven Kräften", die die beiden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewonnen haben. Und darum wolle er jetzt zu einem "neuen Miteinander" mit den Ministerpräsidenten der Länder finden, um die Reformen nicht zu gefährden. Vermutlich heißt das auch, dass die CDU jetzt selbst über Kurskorrekturen diskutiert. "Es ist die historische Aufgabe dieser Regierung, die Reformen zum Erfolg zu führen." 

Merz kündigt an, er wolle klarmachen, wie wichtig die geplanten Reformen für Deutschland sind. Aber auch, wie wichtig die CDU dafür ist.  Es gehe darum, "wie wir das wieder erreichen, was wir mal waren und was wir leider nur noch in einigen Teilen des Landes sind - nämlich Volkspartei". Die CDU selbst will über ihre Arbeit und Struktur sprechen. Und dann räumt der Kanzler ein: "Wir haben auf zu viele drängende Fragen keine befriedigenden Antworten". 

Für Verwirrung sorgte Merz mit Aussagen zum Thema Krankenversicherung. Hier müsse der Unmut der gesetzlich Versicherten gesehen werden, wenn sie keine Termine bekämen, privat versicherte Patienten dagegen sehr schnell. Ob er damit das gesamte System der privaten Versicherungen in frage stellte, ist unklar.
Philipp Petersdorff

Chef des Verbandes der Privaten Krankenversicherung lehnt Merz´ Vorstoß ab

Zur heutigen Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz zum Nebeneinander von Privater Krankenversicherung (PKV) und Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) erklärt PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther:
"Schlechte Wahlergebnisse in den Bundesländern dürfen für die Union kein Anlass sein, jahrzehntelange Parteipositionen über Bord zu werfen. Im Grundsatzprogramm der CDU heißt es zutreffend, die Grundlage für eine gute Versorgung in unserem Land ist das duale System mit Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung."
Philipp Petersdorff

Holetschek (CSU) an Kanzler: Über Vorschläge immer gut nachdenken!

Dem Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), private und gesetzliche Krankenversicherung stärker zu verzahnen, hat der Fraktionschef der CSU im bayerischen Landtag eine klare Absage erteilt. "Ich finde, man muss immer gut nachdenken, bevor man jetzt neue Vorschläge macht", sagte Klaus Holetschek bei der Herbstklausur seiner Fraktion im oberfränkischen Kloster Banz bei Bad Staffelstein in Richtung des Kanzlers. 
Das Ziel, zeitnah Arzttermine auch für gesetzlich Krankenversicherte anzubieten, könne mit einer Patientensteuerung verfolgt werden, mit einer Termingarantie und einem leichteren ambulanten Zugang zum Krankenhaus. Das Problem werde nicht dadurch gelöst, dass man ein duales System, das sich über Jahrzehnte bewährt habe, zur Disposition stelle, sagte der frühere bayerische Gesundheitsminister. 
Philipp Petersdorff

Gesundheitsexperte der SPD: Merz spricht wichtigen Punkt an

Der Gesundheitsexperte der mitregierenden SPD, Christos Pantazis, begrüßte die Äußerungen des Kanzlers zur Reform des dualen Krankenversicherungssystems. "Friedrich Merz spricht einen Punkt an, der für die Akzeptanz unseres Sozialstaates von zentraler Bedeutung ist." Daher gelte es unter anderem, den Zugang zur Versorgung stärker nach dem medizinischen Bedarf zu organisieren und die Patientensteuerung zu verbessern. Zugleich stelle sich die Frage, wie solidarisch finanzielle Lasten verteilt seien. 
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Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stimmten am selben Tag ab

Dieser Sonntag brachte gleich zwei wichtige politische Entscheidungen. Am 20. September waren die Menschen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zur Stimmabgabe aufgerufen. Als um 18 Uhr die Wahllokale schlossen, begann die Auszählung.

In der Hauptstadt ging es um das 20. Berliner Abgeordnetenhaus. Gleichzeitig stimmten die Berlinerinnen und Berliner über die Zusammensetzung der zwölf Bezirksverordnetenversammlungen ab. Rund 2,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen wurden im Vorfeld verschickt.

Eine wichtige Neuerung gibt es 2026: Erstmals durften in Berlin bereits 16- und 17-Jährige bei der Abgeordnetenhauswahl ihre Stimme abgeben. Außerdem befanden sich Erst- und Zweitstimme diesmal gemeinsam auf einem Stimmzettel.

Auch Mecklenburg-Vorpommern bestimmte einen neuen Landtag

Rund 200 Kilometer weiter nördlich stand ebenfalls eine Landtagswahl an. In Mecklenburg-Vorpommern ging es um die Zusammensetzung des 9. Landtags. Auch dort lag das Mindestalter für die Teilnahme bei 16 Jahren.

Die Wahllokale waren von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Anschließend wurden die Stimmen ausgezählt. Die Landeswahlleitung wollte am Wahlabend ab etwa 19 Uhr fortlaufend aktualisierte Ergebnisse veröffentlichen.

Alle Ergebnisse und Reaktionen hier im Liveticker

Wie fallen die Ergebnisse aus? Welche Mehrheiten und Koalitionen sind anschließend rechnerisch möglich? Und wie reagieren Parteien und Spitzenkandidaten auf die Zahlen?

Hier halten wir euch über die Entwicklungen in beiden Bundesländern auf dem Laufenden. Von der Öffnung der Wahllokale über erste Ergebnisse und Hochrechnungen bis zu den Reaktionen am Abend bekommt ihr die wichtigsten Nachrichten aus Berlin und Mecklenburg-Vorpommern direkt in unserem Liveticker.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, mit Material von dpa und AFP