Nach historischem CDU-DebakelBVB-Präsident Aki Watzke stellt sich hinter Freund Friedrich Merz

„You’ll Never Walk Alone” zwischen zwei Sauerländern!
Drei Landtagswahlen, drei schwere Rückschläge für die CDU – und ausgerechnet jetzt bekommt Bundeskanzler Friedrich Merz (70) Rückendeckung von einem prominenten Weggefährten! BVB-Präsident Hans-Joachim „Aki“ Watzke (67) spricht in der 200. Ausgabe der Sky-Sendung „Meine Geschichte“ mit Moderator Riccardo Basile (34) ungewöhnlich offen über seinen langjährigen Freund. Für Watzke steht trotz der politischen Krise fest: Er würde Merz weiter unterstützen.
Watzke über Merz: „Das ist aber nicht das entscheidende Thema“
Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein. In Sachsen-Anhalt stürzte die CDU Anfang September auf 17,2 Prozent ab, während die AfD mit 43,8 Prozent stärkste Kraft wurde. Am Sonntag folgten gleich die nächsten Rückschläge: In Berlin verlor die CDU ihre Position als stärkste Kraft und landete hinter der Linken. Noch dramatischer fiel das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern aus: Nur 4,9 Prozent – erstmals in ihrer Geschichte scheiterte die CDU bei einer Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde.
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Merz selbst sprach angesichts des Ergebnisses in Mecklenburg-Vorpommern von einem „Desaster“. Einen Tag später räumte er ein: „Wir haben auf zu viele drängende Fragen keine befriedigenden Antworten.“ Doch einer hält öffentlich zu ihm: Aki Watzke. Als Basile ihn darauf anspricht, dass er Merz erneut unterstützen würde und die beiden schließlich befreundet seien, widerspricht Watzke zumindest dem Eindruck, seine Haltung habe vor allem mit ihrer Freundschaft zu tun.
Watzke zu Gast bei Riccardo Basile
„Ja, das ist aber nicht das entscheidende Thema“, erklärt der BVB-Präsident. Watzke glaubt vielmehr, ein grundsätzliches Problem in der Wahrnehmung des Kanzlers zu erkennen. Merz habe im Bundestagswahlkampf für ein bestimmtes politisches „Markenversprechen“ gestanden. Doch dieses könne ein Kanzler nach Watzkes Ansicht kaum vollständig umsetzen, wenn seine Partei keine absolute Mehrheit habe. Da die Union für ihre Regierungsmehrheit auf die SPD angewiesen sei, seien Kompromisse zwangsläufig.
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„Zu glauben, du kriegst das, was die Leute glauben, was du für sinnvoll hältst, in einer Koalition mit einer zweiten Partei [...] einfach durch – das kann nicht funktionieren“, sagt der langjährige CEO der Borussen. Der 67-Jährige geht sogar noch weiter. Ihn stört, mit welcher Härte deutsche Regierungschefs inzwischen öffentlich angegangen würden.
Watzke kritisiert Umgang mit Bundeskanzlern
„Jeder deutsche Bundeskanzler wird jetzt von der Öffentlichkeit massiv angefeindet“, sagt der Unternehmer aus dem Sauerland und fügt hinzu: „Das geht so nicht weiter.“ Auf die direkte Frage, ob Merz seine Amtszeit überstehen werde, antwortet Watzke: „Glaube schon.“ Dabei verweist er auch auf die CDU selbst. Trotz allen Frustes darüber, dass die Partei ihre politischen Vorstellungen in der Koalition nicht vollständig durchsetzen könne, hält Watzke die Union weiterhin für vergleichsweise geschlossen. Und dann fällt ein Satz, der angesichts der aktuellen CDU-Krise besonders auffällt.

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Für Friedrich Merz sei das Regieren zunächst „ein Lernprozess“ gewesen, sagt Watzke. „Du musst auch erstmal regieren, musst du erstmal lernen. Und da müssen wir auch bereit sein, den Leuten dann mal einen Lernprozess zu ermöglichen.“ Dass Watzke seinen alten Weggefährten gerade jetzt verteidigt, kommt nicht völlig überraschend. Die beiden kennen sich seit Jahrzehnten aus dem Sauerland und begegneten sich bereits in jungen Jahren bei der Jungen Union. Watzke beschrieb ihr Verhältnis im Juni als seit knapp 50 Jahren „sehr belastbar“.

Watzke sorgt sich um den politischen Umgangston
Als Merz Bundeskanzler wurde, habe Watzke ihm sogar angekündigt, sich zunächst nicht mehr von sich aus bei ihm zu melden – aus Respekt vor der Belastung des Amtes. In „Meine Geschichte“ wird Watzke schließlich grundsätzlich: „Wenn wir Deutschen auch den Respekt verlieren, den Respekt auch gegenüber Leuten verlieren, die sich für die Gesellschaft noch für so eine Position zur Verfügung stellen, was viele ja gar nicht mehr wollen“, warnt Watzke.
Es ist eine bemerkenswerte Rückendeckung in einem denkbar schwierigen Moment für Merz. Denn nach den Ergebnissen in Sachsen-Anhalt, Berlin und vor allem dem historischen Absturz in Mecklenburg-Vorpommern steht der Kanzler innerhalb seiner Partei unter erheblichem Druck.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche


