Der Mordprozess im Live-TickerHaben Gina H. und Christian D. nach Fabian gesucht oder nicht? Angeklagte macht irritierende Aussage zum Leichenfund

Wird der 15. September zum Schicksalstag für Gina H.?
Die Angeklagte im Fall Fabian beantwortet heute, am 28. Prozesstag, erneut Fragen der Beteiligten. Bei ihrer letzten Befragung verstrickte sich die Angeklagte in Widersprüche. Gina H. ist wegen des Mordes an Fabian (†8) angeklagt. Alle Entwicklungen im Fabian-Prozess lest ihr jederzeit hier im Live-Ticker auf RTL.de.

Alle Details zum Prozess im Live-Ticker

Wichtige Updates
Emanuel Holz

Nach dem Leichenfund soll Christian D. zu Gina H. gesagt haben: "Nicht die Polizei rufen"


10:58: Die Verhandlung wird fortgesetzt. Richter Schütt eröffnet mit: "Woher sollte Christian D. wissen, wie eine Leiche aussieht?"
Gina H. antwortet unvermittelt: "Christian hat mir schon mal erzählt, wie bei einem Autounfall eine Person rausgeholt wurde. In dem Moment, wo er gesagt hat: 'Nicht die Polizei rufen', wusste ich, dass es keine Puppe sein kann. Ich wollte es nicht wahrhaben. Er wird vermisst. Und überall wird gesucht. Dann sagt Christian: Da ist eine Puppe. Das war alles sehr merkwürdig. Er war so hysterisch, so panisch, er war fast am Heulen", sagt die Angeklagte heute mit Verwunderung in der Stimme.
11:04: Richter Schütt fasst zusammen: "Fabian, der Ziehsohn, zu dem Sie so ein enges Verhältnis hatten. Matthias R., mit dem Sie sich angenähert haben. Auf der anderen Seite Christian D., den kennen Sie einen Monat. Der sagt Ihnen: 'Nicht die Polizei rufen'. Jetzt meine Frage: Warum rufen Sie nicht die Polizei?"
"Ja, berechtigte Frage. Ich habe immer wieder gesagt, Polizei rufen. Ich wollte sogar Matthias anrufen. Da hat er mich auch von abgehalten."
"Nochmal: Warum rufen Sie nicht die Polizei?" Schütt deutet mit seinen Händen eine Waage an, die zeigen soll, wie Gina H. die Bedeutung von Fabian und Matthias R. sowie die von Christian D. gewichtet hat.
"Zu Fabian hatte ich die letzten anderthalb Jahre keine enge Beziehung", gibt Gina H. an.
11:06: Auf dem Rückweg sei Christian D. mit Gina H. durch einen Wald gefahren und bei Lohmen herausgekommen. "Dann hat er erstmal zwei geraucht. Und gesagt, er will damit nichts zu tun haben."
Anschließend habe sie ihrem Nachbarn Olaf K. gesagt, wie der Fund mit Christian D. abgelaufen sei. "Dann hat er gesagt, wir gucken uns das nochmal genau an, ob das eine Puppe oder eine Leiche ist."
11:09: Schütt gibt jetzt eine Chatnachricht von Gina an den Bekannten Erik vom 13.10. abends wieder: "Wasserleichen haben keine DNA-Spuren. Auch keine Brandleichen".
"Das hat Olaf, äh Christian, äh Erik mir gesagt."
"Und anderthalb Stunden später finden Sie eine Brandleiche. War das Zufall?"
"Ja."
"Wenn Ihnen Erik das mit Brandleichen gesagt hat, warum sagen Sie ihm das selbst?"
"Ich habe mich falsch ausgedrückt."
11:13: Der nächste Chat-Beleg: Gina H. hat Matthias R. zum Zeitpunkt, als sie nach dem Leichenfund mit Christian D. bei Olaf K. gewesen ist, eifersüchtige Nachrichten mit Vorwürfen geschickt.
"Nein. Das habe ich vorher schon geschrieben."
"Sie haben die Nachricht vorher schon geschrieben und später abgeschickt? Ist das schon mal vorgekommen."
"Was weiß ich?"
"Das muss dann ja eine Dreiviertelstunde vorher gewesen sein?"
"Ich habe schon öfters Nachrichten geschrieben und vergessen abzuschicken." 
Emanuel Holz

Angeklagte macht irritierende Aussage zum Leichenfund 


10:37: Die Angeklagte beschreibt, dass ihr Begleiter Christian D. die Leiche gefunden habe: "Hier liegt eine verbrannte Puppe. Ich habe ihn gefragt, ob er mich verarschen will. Dann hat er es angefasst und gesagt, das ist hart wie Plaste."
"Sie haben sich das nicht angesehen?"
"Nein. Dann hatte ich Angst. Fabian wird vermisst, nicht dass er das ist."
"Sie haben ihn doch gesucht?"
"Nein, nicht wirklich." 

10:40: In der Einlassung, die Gina H. vorgelesen hat, behauptete sie, in dem Moment schon gewusst zu haben, dass sie Fabians Leiche gefunden hätten. Heute stellt sie es anders dar. Sie habe es nicht gewusst.
"Nein, ich war mir nicht sicher."
"Steht hier!"
"Ich hatte Angst."
"Dann ist es so, wie es in der Einlassung steht, nicht richtig?"
"Christian war so merkwürdig. Und so reagiert man doch nicht, wenn man eine Puppe findet."

Gina H.s Verteidiger Ohm bittet um eine Pause.
In 15 Minuten geht es weiter. 
Emanuel Holz

Angeklagte spricht über die Suche nach Fabians Leiche – und bezichtigt ihren Begleiter Christian D. der Lüge

10:23: Über die Suche mit Christian D. am 13.10. abends: "Christian hat den Weg vorgegeben. Im Dunkeln sehe ich nichts. Ich war auch schon beim Augenarzt", sagt Gina H. 
Richter Schütt kontert: "Das klang bei der Vernehmung mit Frau W. und Herr S. (Anm.: bei der Polizei am 14.10.) anders. Da haben Sie auf einer Karte gezeigt, wo Sie langgefahren sind."
10:28: Heute behauptet Gina H. erstmals, dass ihr Hund Leo ebenfalls am Tümpel mit dabei gewesen ist. Christian D. habe durch seine Wärmebildkamera Tiere gesehen. Von ihm stamme der Begriff "Schweinesuhle". "Er meinte, dass da Wildschweine drin baden. Dann wollten wir zum Hochsitz. Ich bin aber nicht vorgelaufen, sondern war neben ihm".
10:32: Über die Leinwände und Monitore wird nun über Google Maps das Gebiet rund um den Tümpel eingeblendet. Gina H. soll beschreiben, wo sie mit Christian D. gehalten habe und welchen Weg sie genommen hätten.
"Ich hatte Angst, dass da Schweine drin sein könnten. Weil ich auch meinen Hund dabei hatte", erläutert Gina H. Ihr Begleiter Christian D. habe "alles ausgeleuchtet".
"Warum hat er alles ausgeleuchtet?"
"Damit die Tiere weglaufen. Ich hatte ja meinen Hund dabei."
"Er hat hier gesagt, er hatte keine Taschenlampe dabei".
"Hatte er."
"Also hat er hier gelogen?"
"Ja." 
Emanuel Holz

Telefonate, Bankgeschäfte, Autoreinigung: Kritische Nachfragen von Richter Schütt bringen Angeklagte in Erklärungsnot


9:48: "Frau H., wir haben Ihnen letztes Mal Fragen gestellt. Wollen wir weitermachen?", fragt Richter Schütt die Angeklagte. Gina H. nickt.
"Es gilt nach wie vor das Gleiche: Es geht bei der Befragung nicht darum, Sie vorzuführen oder in Kreuzverhör zu nehmen. Es geht darum Widersprüche noch einmal herauszuarbeiten und Ihre Sicht zu hören." Die Befragung wird jetzt fortgesetzt.
9:49: "Ganz wichtig war der Punkt, warum Sie überhaupt nach Güstrow gefahren sind an dem Morgen", leitet Schütt ein. "Es gibt in der Akte verschiedene Telefonüberwachungsprotokolle. Da gibt es zwei Telefonate, die Matthias R. führt mit Bekannten. Einmal mit seinem Bruder Markus, einmal mit einer Bekannten. Es ist konkret ein Telefonat vom 12.11."

Aus der Verschriftung der Telefonüberwachung zitiert der Richter: "A (Markus R.) und B (Matthias R.) glauben, dass Gina unschuldig ist. B (Matthias R.) hat mit Gina geschrieben und hat ihr Kind abgeholt. Vormittags soll sie zu Hause gewesen sein, nach Aussage der Großeltern. Können Sie sich erklären, warum Sie nicht gesagt haben, dass sie Sie in die Stadt geschickt haben?"

"Ich glaube nicht, dass sie das gesagt haben", sagt Gina H. leise. "Ich kann mir nur vorstellen, dass Oma das vergessen hat. Schließlich hat sie Demenz."

9:55: Nun hakt der Richter beim Bankgeschäft noch einmal nach. Er möchte wissen, ob Gina H. am 11.10., einen Tag nach Fabians Verschwinden, wirklich 1.500 Euro abgehoben hat, wie sie am vergangenen Donnerstag angegeben habe.
"Ich bin der Meinung, ja."
"Letztes Mal waren Sie ziemlich sicher?!"
"Ich bin mir nicht sicher, ob ich es an dem Tag danach gemacht habe."

Für den 9.10. bis zum 14.10. habe es auf dem Konto der Großeltern Egon H. und Barbara H. keine Umsätze gegeben, zitiert Schütt nun aus Unterlagen, die ihm seit heute vorliegen. Ihn wundert, dass es vier Tage lang keine Bewegung auf dem Konto gab, wenn es doch ein dringendes Bankgeschäft war, das die Angeklagte in Güstrow erledigen wollte, zum Zeitpunkt als Fabian mutmaßlich aus der Wohnung verschwunden ist.

"Frau H., was können Sie mir dazu sagen?"
"Dann habe ich es nicht am Wochenende gemacht."
"Wann denn dann?"
"Das weiß ich nicht mehr genau."
"Sie haben eine konkrete Zahl genannt. 1.500 Euro."
"Weil ich mir sicher war, dass ich es eigentlich gemacht habe."

9:59: Nach wenigen Minuten ist Richter Holger Schütt merklich unzufrieden. Dorina L., Fabians Mutter, schaut die Angeklagte irritiert an.
Schütt fragt, ob Gina H. ihr Auto gereinigt habe. Die Angeklagte berichtet, sie habe den Fußraum mit einer Pferdebürste nur ausgefegt, nicht gesaugt.
Nun spielt Schütt eine Sprachnachricht von Gina H. an Christian D. vom 10.10. nachmittags vor:
"Alles geputzt, muss den nur noch aussaugen. Sieht auf jeden Fall besser aus als vorher."
"Ich habe ihn aber nicht ausgesaugt", gibt Gina H. nun an.
"Was haben Sie denn dann die 20 Minuten gemacht, wenn Sie nicht ausgesaugt haben?", will Schütt wissen.
"Ich habe das Armaturenbrett mit einem Lappen ausgewischt."
"Das war vorher. Bei den Sprachnachrichten mussten Sie nur noch aussaugen."
"Das meine ich ja."
"Nein, das meinen Sie nicht!" 

Fabian (8) aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde seine Leiche von der Angeklagten Gina H. an einem Tümpel in einem Waldstück bei Klein Upahl gefunden. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Laut der Anklage starb Fabian durch mehrere Messerstiche. Der Leichnam soll teilweise verbrannt worden sein, offenbar um Spuren zu verwischen.

Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Mehr dazu in unserem Text: Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Anfang November 2025 wurde Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater, als Tatverdächtige festgenommen. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu verwischen, indem sie den Leichnam in Brand setzte. Diese Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.