Der Mordprozess im Live-TickerGutachter kommt zu eindeutigem Ergebnis: Gina H. ist voll schuldfähig

Gina H. beteuert gegenüber ihrer Gefängnispsychologin immer wieder ihre Unschuld.
Gina H. ist laut dem psychiatrischen Gutachter voll schuldfähig.
Bernd Wüstneck/dpa

Psychiater sieht bei Gina H. „psychopathische Tendenzen“
Der Mordprozess im Fall des getöteten achtjährigen Fabians nähert sich dem Ende. Am 32. Verhandlungstag wird das psychiatrische Gutachten vorgestellt, das sich mit der Angeklagten befasst. Alle Entwicklungen rund um den Prozess lest ihr jederzeit hier im Live-Ticker auf RTL.de.

Alle Details zum Prozess im Live-Ticker

Wichtige Updates
Johanna Kroke

„Einer fürs Herz, einer fürs Bett, einer fürs Geld“

Staatsanwalt Oliver Schley stellt nun seine Fragen. Gina H. hatte einmal angegeben, dass sie sich leicht manipulieren lasse. Er fragt den Sachverständigen, ob er auch den Eindruck habe, dass sie leicht manipulierbar sei.
„Nein“, sagt Keiper. Gina H. sei diejenige, die manipuliere. „Ich war beeindruckt, dass sie fünf Männer um sich geschart hatte, die sich um sie gekümmert haben“, sagt Keiper. „Einer fürs Herz, einer fürs Bett, einer fürs Geld …“
Johanna Kroke

Keine Tränen für Fabian – Gutachter von Emotionslosigkeit schockiert

Gina H. habe in den Gesprächen mit den Sachverständigen nur zweimal geweint, erklärt Dr. Keiper. Einmal in einer Situation in der es um um ihr verstorbenes Pferd gegangen sei, als das Gespräch auf ihren Sohn kommt.

„Wenn ich zu Unrecht beschuldigt werde, ein Kind getötet zu haben und in U-Haft sitze, dann reagiere ich auch darauf emotional“, meint Keiper. Gina H. habe aber ausschließlich mit Externalisierungen gearbeitet, alle anderen für ihre Situation verantwortlich gemacht. „Diese Emotionslosigkeit ist erstaunlich, in dem Ausmaß selbst für mich. Das hat mit der Psychopathie zu tun“, sagt Keiper.
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Keiper beschreibt kuriose Szene in Haft

Der psychiatrische Gutachter geht nach seinem Vortrag auf Fragen des Gerichts ein. Dabei spricht er auch über das kuriose Aufeinandertreffen mit der Angeklagten während Befragungen in U-Haft. „Sie kam in einer engen Trainingsjacke mit weitem Ausschnitt zu mir", gibt der Gutachter an. Das habe ihn gewundert. Ihre Reaktion: „Naja, meine Haftkleidung ist zu weit". 
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„Liebe heißt für Frau H. besitzen"

„Hypothetisch ist es ein Konglomerat aus Egozentrik, Eifersucht und Rache“, gibt der Gutachter im Hinblick auf die Tat an. Gina H. habe Fabian als störend empfunden, weil sie Matthias R. mit ihm teilen musste. 

„Liebe heißt für Frau H. besitzen. Mit echten Gefühlen, mit der Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, mit der Bereitschaft, tolerant zu sein, wie das in Beziehungen üblich ist, hat das gar nichts zu tun." 

Fabian (8) aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde seine Leiche von der Angeklagten Gina H. an einem Tümpel in einem Waldstück bei Klein Upahl gefunden. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Laut der Anklage starb Fabian durch mehrere Messerstiche. Der Leichnam soll teilweise verbrannt worden sein, offenbar um Spuren zu verwischen.

Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Mehr dazu in unserem Text: Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Anfang November 2025 wurde Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater, als Tatverdächtige festgenommen. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu verwischen, indem sie den Leichnam in Brand setzte. Diese Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.

In dem seit dem 28. April laufenden Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Eigentlich sollte der letzte Verhandlungstag bereits am 10. September laufen. Durch neue Zeugenaussagen und die Befragung der Angeklagten zieht sich der Prozess aber nun weiter in die Länge.

Verwendente Quellen: eigene RTL-Recherche