Der Mordprozess im Live-TickerDank Fabians Vater! Gina H. zeigt sich mit neuem Look vor Gericht

Der 28. Prozesstag im Fall des getöteten Fabian aus Güstrow endete spektakulär.
Fabians Mutter Dorina L. schrie die Angeklagte Gina H. während ihrer Aussage an: „Noch mehr von deinen Lügengeschichten!” Richter Holger Schütt unterband danach weitere Fragen von Fabians Mutter an die Angeklagte. Gina H. wird verdächtigt, den kleinen Fabian (†8) aus Güstrow getötet zu haben. Alle Entwicklungen im Fabian-Prozess lest ihr jederzeit hier im Live-Ticker auf RTL.de.

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Wichtige Updates
Johanna Werning

Dank Fabians Vater! Gina H. zeigt sich mit neuem Look vor Gericht


Gegen 9.30 Uhr betritt die Angeklagte Gina H. den Gerichtssaal, heute erstmals mit einem grünen Pullover. Sie hält sich wie immer einen roten Aktenhefter vors Gesicht und spricht mit ihrem Verteidiger Thomas Löcker. Wie RTL weiß: Der neue Pullover stammt von Matthias R., Fabians Vater. Er hat der Angeklagten gleich drei verschiedene Oberteile gekauft. 
Emanuel Holz

"Ich möchte noch etwas loswerden" – Gina H. wendet sich kurz vor Ende des Prozesstages an die Kammer

13:58: Gina H. richtet nun Worte an die Kammer. "Ich möchte noch etwas loswerden." Sie fühle sich unverstanden, man glaube ihr nicht. Dieses Problem habe sie im Gerichtssaal, aber auch draußen im Leben. Es liege an ihrer Angststörung, dass sie anders sei. Das sei in der Klinik anders. "Da fühle ich mich verstanden. Da waren wir auf einer Wellenlänge".
14:05: Oberstaatsanwalt Harald Nowack gibt nun eine Erklärung zu den vergangenen beiden Prozesstagen ab: Bis man Videoaufnahmen hatte, seien die Einlassungen von Gina H. ganz anders gewesen. Thema Bankkarte und Portemonnaie. Die schriftliche Einlassung konnte über Monate vorbereitet werden. Beim Portemonnaie habe der Verteidiger, es "auf seine Kappe" genommen. Nach wenigen Sekunden, vielleicht zwei oder drei, behauptete sie, sie sei doch zu Hause gewesen, um das Portemonnaie zu holen. Ein anderes Detail, trotz monatelanger Vorbereitung. Immer wieder habe sie spontan geantwortet. Die erwähnte Abhebung von 1.500 Euro für die Großeltern konnte ebenfalls widerlegt werden. Ständig schwenke sie bei der Reinigung ihres Autos um.
"Alles stimmt nicht überein mit den objektiven Beweismitteln. Warum lügt die Angeklagte an so vielen Stellen? Warum lügt sie überhaupt? Den Grund kann nur sie selbst beantworten. Es gibt nur eine Person, die sich die Welt so gemacht hat, wie sie will. Und die sitzt nicht hier im Gerichtssaal", schließt Nowack seinen Vortrag.
14:07: "Es ist auch ihre Art, vorschnell etwas zu sagen", antwortet Verteidiger Andreas Ohm. "Der einzige vermeintliche Widerspruch, der sich hier ergeben hat, ist der mit dem Portemonnaie. Das hat Herr Löcker aufgeklärt."

14:12: "Man darf hier bei allem einen Aspekt nicht aus den Augen verlieren. Frau H. sitzt erstmalig vor so einem Publikum", ergänzt Verteidiger Löcker den Vortrag seines Kollegen. "Sie weiß von der Presse. Sie weiß, was hier auf dem Spiel steht. Und welcher Hass ihr entgegen schlägt aus der Bevölkerung. Geschürt von Medien, von Influencern. Sie hat fast zehn Stunden hier durchgehalten und hat natürlich - wie man sich vorstellen kann - in den Nächten und auch Tagen zuvor eine Nervosität entwickelt, wie es jeder nachempfinden kann."
14:13: "Dieser Begriff Prüfungsangst, das ist kein Begriff, den ich erfunden habe. Die gibt es. Das ist das Gefühl, dass Frau H. hier in den Gerichtssaal bringt. Und wenn sie da etwas durcheinander bringt. Da hat man mal einen Blackout. Das Gefühl hat Frau H. Das steht ihr zu. Sie hat aus dem Internet erfahren, dass die Staatsanwaltschaft und Nebenklägervertreterin sie auseinandernimmt. Sie hat eine richtige Panik gehabt, welche Fragen sie erwartet. Zu dieser zehnstündigen Befragung: Ihr Erfolg ist, dass sie es durchgehalten und gemeistert hat."

14:15: Verhandlungstag 28 ist beendet. Übermorgen, am Donnerstag, geht es weiter mit der Befragung zweier Zeugen, einer Hortleiterin und eines Hortbetreuers, die die Aussagen der Kinder, die zuletzt gehört wurden, ergänzen sollen.

Richter Schütt bittet den psychiatrischen Gutachter Dr. Keiper nun darum, dass er sich für die nächsten Tage bereithalte, sein Gutachten über die Angeklagte vorzustellen.
14:18: Möglicherweise könnte also das psychiatrische Gutachten über Gina H. bereits übermorgen vorgestellt werden.

Beide Staatsanwälte, Fabians Mutter und deren Anwältin haben den Saal bereits verlassen. Gina H. berät sich gerade noch minutenlang mit ihren beiden Verteidigern. Schließlich werden ihr wieder Fußfesseln angelegt und sie wird aus dem Gericht geführt. 
Emanuel Holz

Fabians Mutter fragt die Angeklagte Gina H.: "Warum musste mein Fabi dafür gehen? Warum?"

Nun wird es brisant: Fabians Mutter Dorina L. richtet selbst Worte an die Angeklagte:
"Gina, ich würde einfach gerne von dir wissen wollen: Du hast es geschafft, die Anhängsel von Matthias loszuwerden. Warum musste mein Fabi dafür gehen? Warum?"
"Ich habe Fabian nichts getan", antwortet Gina H. ruhig.
Dorina L. wird immer lauter, ist den Tränen nah. Ihre Stimme bebt.
"Noch mehr von deinen Lügengeschichten", ruft Dorina L. der Angeklagten zu.
Richter Schütt unterbindet weitere Rückfragen. 
Emanuel Holz

Anwältin von Fabians Mutter befragt Gina H. 


13:33: Habetha möchte wissen, weswegen Gina H. Anfang des Jahres geweint habe, als eine Frau, die in Haft saß, entlassen wurde. "Es war ein Bruch, weil eine Verbindung, die man aufgebaut hat, plötzlich wegfällt", erläutert Gina H.
"Ich kenne das anders: Wenn jemand entlassen wird, wird eigentlich Party gemacht", entgegnet Habetha.
"Natürlich waren wir froh, dass sie raus war. Aber auch traurig, weil sie nicht mehr da war."
13:36: "Im Juni häufen sich die Vermerke, die Angeklagte wirkt entspannt, macht einen fröhlichen Eindruck, ist gut gelaunt. Am 10.7., am 25.7. Sie macht einen fröhlichen Eindruck. Am 23.7. weiterhin gut gelaunt, lächelnd. Gab es dafür Gründe?"
"Nach außen zeige ich nicht jedem, wie schlecht es mir geht. Wenn ich mit anderen bin, habe ich Ablenkung. Wir spielen Tischtennis, backen."
"Hat es irgendwie damit zu tun, was bei Gericht hier gelaufen ist?"
"Nein, jedes Mal, wenn ich zurück bin, bin ich fix und fertig. Ich habe eine Bezugsperson, mit der ich mich austausche. Mit der ich weinen kann, mit der ich lachen kann." 
 
13:39: Habetha kommt auf die Vergewaltigung zu sprechen, die Gina H. angezeigt habe. Ihre Chefin habe sie zur Anzeigestellung begleitet. "Sie müssen nichts zu sagen", flüstert Verteidiger Löcker der Angeklagten zu.
Doch sie spricht: "Ja, das war ein schlimmes Ereignis", antwortet Gina H. "Ich konnte nach diesem Übergriff werder Auto fahren, noch Bus fahren, nicht mal mehr einkaufen gehen. Dann war ich in der Klinik. Dann habe ich weiter gearbeitet. Und dann ging es mir schlechter, dann kam ich wieder in die Klinik".
13:43: Habetha zitiert aus der Einlassung im Verfahren um ihren Satteldiebstahl. Damals hat sie auch Verteidiger Ohm vertreten: "Meine Mandantin bestreitet einen Diebstahl begangen hat oder daran beteiligt gewesen zu sein."
Gina H. flüstert parallel mit beiden Anwälten.
"Sie gibt an, von Marian J. einen Sattel geschenkt bekommen zu haben".
Ohm antwortet: "Die Frage wird die Angeklagte nicht beantworten, weil sie mit dem Fall nichts zu tun hat."
"Doch, es zeigt ihr Aussageverhalten", sagt Habetha.
"Moment, Herr Ohm. Noch ist keine Frage gestellt worden", ruft Richter Schütt ein.
"Es ist genau das, was der Kollege sagte: Es geht nur um die Bloßstellung - auch um die Belustigung der Zuschauer", sagt Verteidiger Löcker.
13:46: Habe sie sich mit Olaf K. in einem Telefonat zum Thema "Ins Ausland absetzen" informiert, will Habetha wissen.
"Ja, das hatte keine Bedeutung."
"Frau H., es war am 16.10."
"Weil das schon so durch die Decke ging. Wenn ich hätte abhauen wollen, wäre ich längst nicht mehr her."

Habetha ergänzt, Olaf K. habe ihr gesagt, sie müsse ein Land raussuchen, das nicht ausliefere.
Zitat:
"Na, dann musst du googeln", so Olaf K.
"Nicht über mein Telefon. Geh in ein Internetcafé", forderte Gina H. ihn auf.
"Du kommst mit."
"Nein."
"Wir haben während des Telefonats gelacht und rumgealbert. Das war nicht ernst gemeint und gar nichts!", beteuert Gina H. heute.
13:49: Olaf K. habe auf einmal sein Messer vermisst. Gina H. sagt heute: "Mir war klar, dass darauf keine Fingerabdrücke und keine DNA gefunden werden".
"Warum war Ihnen das so klar?"
Sie habe das Messer nie in der Hand gehabt.

"Aber Sie haben mitgesucht".
"Ich hab nicht gesucht."
"Ach, das stimmt auch nicht?"
"Ich bin nur rübergegangen."
"Sie geben an, den Begriff Schweinesuhle erstmals in der Nacht vom 13. auf den 14.10. gehört zu haben. In Ihrer Zeugenvernehmung verwendeten Sie den Begriff, als wäre es gebräuchlich. Können Sie das erklären?"
"Christian hat gesagt, dass es so heißt." 


Fabian (8) aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde seine Leiche von der Angeklagten Gina H. an einem Tümpel in einem Waldstück bei Klein Upahl gefunden. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Laut der Anklage starb Fabian durch mehrere Messerstiche. Der Leichnam soll teilweise verbrannt worden sein, offenbar um Spuren zu verwischen.

Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Mehr dazu in unserem Text: Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Anfang November 2025 wurde Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater, als Tatverdächtige festgenommen. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu verwischen, indem sie den Leichnam in Brand setzte. Diese Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.

In dem seit dem 28. April laufenden Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Eigentlich sollte der letzte Verhandlungstag bereits am 10. September laufen. Durch neue Zeugenaussagen und die Befragung der Angeklagten zieht sich der Prozess aber nun weiter in die Länge.

Verwendente Quellen: eigene RTL-Recherche